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Trinkwasser - ein Risiko?

Neustadt Trinkwasser - ein Risiko?

Das Thema bewegt - über 100 Neustädter kamen zum Info-Abend des Wasserverbandes, diskutierten teils heftig über Trinkwasserqualitäten.

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Denn mal Prost: Reinhard Niemeyer (von links), Uwe Sternbeck, Wilfried Aick.x

Quelle: von Werder

Neustadt. Ist der Genuss von Leitungswasser in weiten Teilen des Neustädter Landes ein Gesundheitsrisiko? "Ja", sagen Kritiker des Wasserverbandes Garbsen-Neustadt, der in großen Teilen dieser beiden Städte, aber auch in Teilen Wunstorfs, Seelzes oder der Samtgemeinde Steimbke rund 115 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. "Nein", betonen Vertreter des Wasserverbandes, einschließlich Neustadts Bürgermeister Uwe Sternbeck (Grüne). Ihr Argument: Der Wasserverband hält  überall in seinem Versorgungsgebiet Vorgaben ein, liefert, so Geschäftsführer Reinhard Niemeyer, "ein sauberes und gesundheitlich absolut unbedenkliches Wasser."

Die Kritiker, die sich mit Schwerpunkt in Mardorf und Schneeren zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, sehen das anders. Sie werfen dem Verband vor, unterschiedliche Qualitäten zu liefern und machen das am Nitratwert auf. Wasser aus dem Gewinnungsgebiet Hagen - das ist unstrittig - enthält bis zu zehnmal soviel Nitrat wie solches aus Forst Esloh (Seelze), dem Standort des zweiten Wasserwerks des Verbandes. Vier Milligramm sind im Süden die Regel - bis zu 40 im Norden. Grenzwert laut Trinkwasserverordnung sind allerdings 50 Milligramm.

"Ganz nah am Grenzwert, das ist grenzwertig", sagt am Mittwoch Franz Möbius, einer der Sprecher der Bürgerinitiative. Und eine Frau aus den Zuschauerreihen wird noch deutlicher. In einer Kinderklinik habe sie ein Schild gesehen, das davor warne, Trinkwasser mit den höheren Werten des Wasserverbandes in der Säuglingsnahrung zu verwenden. Niemeyer kontert. Möglicherweise sei das "werblich angelegt", um für den Kauf von Mineralwasser zu werben. Qualitativ besser sei das nicht unbedingt. "Trinkwasser, in dem alle Grenzwerte eingehalten sind, ist für jeden geeignet - vom Säugling bis zum Greis." Verbandsvorsteher Wilfried Aick und Neustadts Bürgermeister Uwe Sternbeck, Vorsitzender der Verbandsversammlung, unterstützen ihn. Der Verband müsse sich an Gesetze halten - könne daher nicht von Standards abweichen und etwa mit hohen Zusatzkosten Wasser zusätzlich aufbereiten, das bereits ohne den Bestimmungen entspreche.

Es ging bisweilen hoch her. Rüdiger Arand aus Schneeren regte an, es sollten mögliche Zusammenhänge zwischen Nitratgehalt und Zahl der Krebserkrankungen untersucht werden, was aus Sicht Niemeyers "völlig irrelevant ist". Es gebe nicht den geringsten Anhaltspunkt für auffällige Zahlen in seinem Verbandsgebiet.

Über zwei Stunden diskutierten Kritiker wie Verbandsvertreter. Letztlich nicht ganz erfolglos. Der Verband, so Geschäftsführer Niemeyer am Donnerstag auf Anfrage, denke über einen Arbeitskreis nach, in dem über Möglichkeiten der Qualitätssicherung gesprochen werde, aber auch über eine bessere Kommunikation mit den Verbrauchern. "Wir liefern eine absolut unbedenkliche Ware."

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Von Dirk von Werder

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