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Ein Dorf zeigt ungeahnte Vielfalt

Nöpke Ein Dorf zeigt ungeahnte Vielfalt

Schöne Zuzugsgeschichten und einige Überraschungen präsentierten die Nöpker der Jury des Dorfwettbewerbs am Donnerstagmorgen. Ob es für Sieg oder Platz reicht, soll am Freitagnachmittag feststehen.

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In Herbert Ólasons Hengststall beäugen Isländerpferde und Jury einander

Quelle: Kathrin Götze

Nöpke. Die schönste Seite eines Dorfs – das ist immer Ansichtssache. Dem Isländer Herbert Ólason offenbarte sich Nöpkes Charme im tiefsten Winter, vor rund 17 Jahren. „Ich war auf der Suche nach einem Hof für meine Islandpferde. Als ich diesen hier sah, wusste ich: Das ist er.“ Seitdem ist viel passiert, auf Ólasons Hof am Nordende Nöpkes grasen rund 100 Islandpferde, und aus dem einst verlassenen Gehöft ist die Zentrale der weltweit agierenden Versandfirma Kimex geworden, die Reiterbedarf an Islandpferdefreunde verschickt.

Nur eine von mehreren Zuzugsgeschichten, die man der Jury im Dorfwettbewerb gestern in Nöpke vorstellte. „Integration und Willkommenskultur“ lautet der Themenschwerpunkt des Wettbewerbs. Nach dem Isländerhof wird aktuell eine alte Ziegelei zum üppigen Wohnsitz ausgebaut: Wohnen auf dem Dorf ist wieder gefragt. Zwei, drei Familien kommen wohl jedes Jahr dazu in Nöpke, schätzt Ortsbürgermeister Heinz-Günther Jaster.

Und sie werden gut aufgenommen, wie Annika Römer zu berichten weiß. Die junge Mutter erzählte, wie freundlich und neugierig die Nöpker auf sie zukamen. Wie zur Bestätigung strahlt Römers Töchterchen Lotta im Tragegeschirr vor dem Bauch der Mutter die zahlreichen Gäste im Dorf aufs freundlichste an. Mit der Jury aus Regionspolitikern und Verwaltungsleuten, angeführt von Regionspräsident Hauke Jagau, kam auch eine Delegation aus der Partnerregion Unter-Galiläa in Israel zur Besichtigung.

Alteingesessen sind viele Bewohner des Seniorenheims Lebensraum. Geschäftsführer Thomas Tatge-Grupe berichtete, dass viele von ihnen das Haus noch als Gasthof kennen, dort seinerzeit Hochzeiten, Taufen und andere Feste feierten. Heute kommen regelmäßig die Kinder des Kindergartens zu Besuch, singen und spielen mit den Senioren.

Noch in Betrieb ist die Gaststätte Nöpker Bierhus. Hauseigentümerin Ingrid Langrehr hat das Gasthaus verpachtet. Ihre Gastfreundschaft genießen regelmäßig Kinder aus Weißrussland: Seit 24 Jahren gehört die Nöpkerin der Tschernobyl-Hilfe an. Sie bestückte einen kleinen Stand mit Geschenken und Dankesschreiben ihrer Gäste – auch ein Zeugnis von Willkommenskultur.

Maibaum und Multifunktionsplatz, Landfrauen, Feuerwehr und zahlreiche schöne alte Gehöfte hat das Dorf auch zu bieten. Zum Finale war ein Besuch im Freibad Pflicht, der „Perle des Mühlenfelder Landes“, wie Ortsbürgermeister Jaster sagte. Da drängte schon die Zeit. Einige Programmpunkte kamen nicht mehr zum Zug. „Das sind für uns Lerneffekte“, sagt Jaster.

Nöpke bietet 150 Arbeitsplätze

Rund 630 Einwohner zählt das Dorf am nordwestlichen Rand Neustadts. Die 13 Betriebe im Ort bieten immerhin 150 Arbeitsplätze, berichtete Dachdecker- und Zimmermeister Falko Wolf den Gästen – diese Zahl habe ihn bei der Recherche selbst überrascht. Auch Landwirtschaft ist noch vorhanden: Nöpke zählt vier Vollerwerbsbetriebe, wie Landwirt Heinz-Günter Rabe berichtete. Zwei Kollegen halten Milchvieh, einer Schweine, einer ist Ackerbauer. Der Strukturwandel mache allen zu schaffen, sagte Rabe. Er mahnte, auch die Leistungen der Bauern zu honorieren: „Was wäre ein Dorf ohne die bäuerliche Landwirtschaft?“

Willkommenskultur ist ein Wettbewerbsthema

„Integration und Willkommenskultur im ländlichen Raum“ lautet der Schwerpunkt des aktuellen Wettbewerbs, zu dem sich lediglich vier Dörfer aus der Region angemeldet haben. Neben Nöpke treten  an: Mesmerode (Wunstorf), das die Jury ebenfalls gestern besuchte, sowie Eldagsen (Springe) und Jeinsen (Pattensen), die beide heute dran sind. Das Ergebnis will die Jury voraussichtlich heute Nachmittag kundtun, wie es hieß. In Nöpke sieht man es entspannt: „Wir üben noch, lernen aus jedem Wettbewerb etwas dazu“, sagte Ortsbürgermeister Heinz-Günter Jaster

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