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Notensprünge zahlen sich aus

Neustadt Notensprünge zahlen sich aus

In einer feierlichen Preisverleihung hat die Mittelstandsvereinigung MIT am Mittwochabend sieben Jugendliche ausgezeichnet. Aus jedem Schulzweig der Stadt wurde der Schüler geehrt, der seinen Notendurchschnitt von der achten in die neunte Klasse am stärksten verbessern konnte.

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Ausgezeichnet für Notensprünge (von links): Jolina Burde, Gholamreza Sharifi, Jaren Tanis, Sophia Juliane Fuchs, Anne Frierichs, Luca Wolter und Claas Rüscher wollen hoch hinaus.

Quelle: Susann Brosch

Neustadt. Der Preis "Erfolg MIT Lernen" solle jene Schüler motivieren, die sich eher nicht mit erstklassigen Noten hervortun, sondern solche, die einen großen Zensurensprung schaffen. "Wir unterstützen Schüler, die mehr wollen und als Netzwerker knüpfen wir Kontakte zum Nachwuchs", sagte der MIT-Vorsitzende Peter Gerhold.

In diesem Jahr wurden Sophia Juliane Fuchs (Förderschule), Gholamreza Sharifi (KGS-Hauptschulzweig) Claas Rüscher (KGS-Realschulzweig), Luca Wolter (KGS-Gymnasium), Jaren Tanis (Hauptschulzweig Leine-Schule), Jolina Burde (Realschulzweig Leine-Schule) und Anne Frierichs (Gymnasium) ausgezeichnet.

Hans-Jürgen Kretz, Leiter der Leine-Schule, wünschte in seiner Laudatio eine neue Kultur der Dankbarkeit: "Danke an die Schüler, dass ihr nicht genörgelt habt, sondern es einfach angegangen seid", sagte Kretz. Mit derart guter Zusammenarbeit zwischen Schulen, Mittelstand und Stadt sei ihm um das Bildungssystem nicht bange, so Kretz weiter.

Die Auszeichnungen und die Geldpreise über jeweils 300 Euro überreichte Friedrich Duensing. Die Firma Duensing aus Eilvese ist von Beginn an der Sponsor des Preises. Mit Praktika bei Neustädter Unternehmen und einem Berufs-Orientierungs-Coaching werden die Preisträger weiter unterstützt.

Moderator Marco Weissenberg führte gekonnt mit magischen Einlagen durch den Abend. Musikalisch wurde er dabei von der Musikschule unterstützt.

Gholamreza beeindruckt die Lehrer

Eine bewegende Geschichte erzählt Gholamreza Sharifi, kurz Reza. Er wurde 1999 in Afghanistan geboren. Seine Eltern flohen mit ihm ein Jahr später in den Iran. Mit 15 Jahren kam er ohne Familie in Neustadt an. Seit dem besucht er auf der KGS den Hauptschulzweig und die Sprachlernschule. "Reza zeigt viel Bildungseifer und Fleiß", sagt sein Klassenlehrer Ocke Dethlefsen. Reza motiviere auch Mitschüler. "Normalerweise werden Sprachlernschüler die ersten zwei Jahre nicht benotet, doch bei Reza haben wir eine Ausnahme gemacht", sagt Sprachlehrer Adnan Al-Sakka. Innerhalb von zweieinhalb Jahren hat Reza gelernt, fließend deutsch zu sprechen. Seine Lieblingsfächer sind aber Biologie und Mathematik. In seinem Fußballverein, dem FC Wacker, steht er als Torwart seinen Mann.

Berufliche Pläne? "Am liebsten würde ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei Peek&Cloppenburg machen. Ich interessiere mich sehr für Mode," sagt Reza. Betreuer Rainer Rohde sagt: "Von den Noten her könnte er auch den erweiterten Realschulabschluss machen. Mit einem Ausbildungsvertrag hätte er aber für weitere drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung."

Von Susann Brosch

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