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SPD: Vom Teamgeist weit entfernt

Neustadt SPD: Vom Teamgeist weit entfernt

Neustadts SPD präsentiert sich vier Monate vor der Kommunalwahl in keiner guten Verfassung: es brodelt vor allem zwischen Ortsvereinsvorstand und den Abteilungen Bordenau und Poggenhagen. Ortsvereinschef Mustafa Erkan gibt sich extrem zugeknöpft.

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Die Ortsbürgermeister Harry Piehl (links) und Klaus Hendrian hadern mit ihrem SPD-Ortsvereinsvorstand

Quelle: Schley (Archiv)

Neustadt. Die beiden Stadtteile im Süden gelten noch als Hochburgen der SPD. Die Ortsbürgermeister Harry Piehl (Bordenau) und Klaus Hendrian (Poggenhagen) gehören auch der SPD-Ratsfraktion an. Jetzt fürchten beide übereinstimmend, dass ihre Stadtteile im neuen Rat nicht mehr vertreten sein werden. Grund: Der Ortsvereinsvorstand unter Führung des Landtagsabgeordneten Mustafa Erkan setzt neue Schwerpunkte bei der Listenaufstellung: Im Wahlbereich 1 (Kernstadt, Bordenau und Poggenhagen) sollen die ersten vier Plätze von Kandidaten aus der Stadt besetzt werden, dann erst ein Bewerber aus Bordenau folgen. Poggenhagen käme erst auf Platz acht.

Am Dienstag soll eine SPD-Hauptversammlung die Listen in dieser Form besetzen. "Das ist gelinde gesagt, sehr unsozialdemokratisch", sagt Hendrian dazu. Der Poggenhagener kandidiert für den Rat nicht mehr, betont aber, "bisher haben wir die Listenplätze immer in bester Abstimmung mit der Abteilung Neustadt vergeben. Und haben damit Riesenerfolg gehabt." Jetzt würden die beiden Dörfer sträflich vernachlässigt.

Der Bordenauer Piehl - er bewirbt sich erneut - sieht das ähnlich: "Der Frust sitzt tief." Wie "dumme Schuljungen" seien er und seine Genossen aus Bordenau und Poggenhagen bei den vorbereitenden Sitzungen behandelt worden. Ursprünglich habe die Kernstadt-SPD noch extremer geplant, habe sogar die ersten sechs Plätze mir eigenen Bewerbern besetzen wollen. Der jetzt zu erwartende Kompromiss sei "ein schlechter". Immerhin sei in der Vergangenheit eigentlich immer einer der ersten drei Listenplätze einem Kandidaten aus den Dörfern gegeben worden.

Eine erste personelle Konsequenz hat der Streit schon gehabt: Malte Borges, Kassenwart der Abteilung Bordenau und Kandidat auf der SPD-Ortsratsliste, hat seinen Parteiaustritt erklärt. Er wolle "niemandem schaden", sagte er der Leine-Zeitung auf Anfrage, er stehe generell weiter für sozialdemokratische Ziele, "doch so geht es nicht". Er habe gerne in Abteilung und auch Ortsverein gearbeitet. Doch, wenn man mit Arbeit und Engagement "nichts erreichen kann, dann ist mir meine Zeit zu schade."

Bei der aktuellen Gemengelage spielt nach Informationen der Leine-Zeitung auch das Geld eine Rolle. Der Ortsverein hat pauschal einen Beitrag von 20 Prozent der Kassenbestände aus den Abteilungen zur Finanzierung des Wahlkampfes eingefordert. "Ohne Nachweis, was damit passieren soll", sagt ein Genosse.

Ortsvereinschef Mustafa Erkan, als Landtagsabgeordneter sonst immer um Öffentlichkeit bemüht, zeigt sich verschlossen. "Es gibt grundsätzlich nichts zu sagen." Der Ortsvereinsvorstand werde die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren. In einer Volkspartei wie der SPD seien politische Auseinandersetzungen und auch eine "gewisse Fluktuation" in der Mitgliedschaft "ganz normal". Vor drei Wochen erst hatte mit der Helstorfer Ortsbürgermeisterin Ute Bertram-Kühn eine andere bekannte  SPD-Kommunalpolitikerin ihren Parteiaustritt erklärt.

Von Dirk von Werder

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