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Nutztierhalter gegen Wolfsromantik

Neustadt/Wunstorf Nutztierhalter gegen Wolfsromantik

Halter von Pferden, Rindern oder Schafen fordern einen Schutz ihrer Tiere vor Wölfen. Bei einem Info-Abend der Jägerschaft Neustadt warnten sie vor zunehmender "Wolfsromantik".

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Ein Jungwolf.

Quelle: Ingo Wagner

Helstorf. 40 Nutztierhalter waren der Einladung der Jägerschaft Neustadt zum Infoabend „Aktiver Herdenschutz für Nutztierhalter – Der Wolf kehrt zurück“ gefolgt. Bewusst hatte die Jägerschaft Interessenverbände der Schafzüchter, Mutterkuh- und Rinderhalter, sowie den Pferdezuchtverband Aller-Leine, vertreten durch Geschäftsführer Ralf Asche aus Luttmersen angesprochen.
Wichtigste Fragen aus Sicht der Tierhalter: Wie soll der durch die Rückkehr des Wolfes notwendige Schutz der Weidetiere aussehen, wie und was wird durch Beihilfen der Landesregierung im Herdenschutz unterstützt, und welche Maßnahmen muss ein Nutztierhalter nach einem Wolfsübergriff treffen, um  Entschädigungsleistungen in Anspruch nehmen zu können?
Der Wolf als Raubtier, das seinen Weg wieder nach Niedersachsen gefunden hat, war für die Mehrzahl der Nutztierhalter nicht das Problem. Vielmehr waren die vom Wolfsbüro des Landes vorgestellten Herdenschutzmaßnahmen das Ziel der vorgebrachten Kritik. Die Art und der Umfang der Maßnahmen, wie Bau und Unterhaltung der Zäune wurden von vielen als in der Praxis nicht als umsetzbar vom Aufwand her geschildert.
Die Nutztierhalter begründeten ihre Kritik mit praktischen Beispielen, die auch der anwesender Haupterwerbsschäfer Günter Reiche aus Kaltenweide aus seinem Alltag darstellte, und mit Argumenten unterlegte.
Volker Hahn vom Landvolkreisverband Hannover erklärte: „Die Kluft im Denken zwischen der Stadtbevölkerung und der Landbevölkerung wird immer größer." Die Politik werde in den Städten entschieden, und das "mit einer völlig falschen Vorstellung von Naturromantik" und Auswirkungen auf die Nutztierhalter und Betriebe im ländlichen Bereich. Ein streunender Wolf in der Lüneburger Heide sehe für den Stadtbewohner vor dem Bildschirm niedlich aus, im ländlichen Bereich aber bedrohe er die Existenz von Tierhaltern, so Hahn weiter.

Es sei bedauerlich, betonte Jägerschaftssprecher Karsten Ahlborn, dass trotz mehrfacher Nachfrage kein politisch Verantwortlicher aus dem Umweltministerium sich der Diskussion in Helstorf gestellt habe.

Von Dirk von Werder

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