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Die Liebe sollte an der Dorfgrenze enden

Neustadt Die Liebe sollte an der Dorfgrenze enden

Sie kämpften für ihre Liebe und wurden dafür mehrfach bestraft: Gabriele und Friedrich Mauthe zeichnen gemeinsam mit Heinrich Nädler das Leben eines Otternhagener-Osterwalder Paares nach, das im 19. Jahrhundert nicht nur ums tägliche Überleben sondern auch gegen damalige Verhaltensnormen kämpfte.

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Gabriele (von links) und Friedrich Mauthe haben gemeinsam mit Heinrich Nädler ein Buch über ein Paar verfasst, das im 19. Jahhundert für ihre Liebe kämpfen musste.

Quelle: Benjamin Gleue

Otternhagen. Die Autoren sind in eine Welt eingetaucht, in der für Liebe über die Dorfgrenze hinaus kein Platz war: Ihre Protagonisten, der Otternhagener Friedrich Huntemann und die Osterwalderin Dorothea Nordmeyer, gehörten zur damaligen ländlichen Unterschicht. Sie waren arm, schufteten als Tagelöhner in der Landwirtschaft oder für die Gemeinde, aber sie haben sich geliebt. Doch genau dafür wurden sich mehrfach öffentlich denunziert, weil es gegen Gebote und Normen verstießen.

"Das ist aus heutiger Sicht unser Glück. Über das Leben von Dorfbewohnern aus unteren Schichten gibt es nur sehr selten historische Aufzeichnungen", sagt Gabriele Mauthe.

Gemeinsam mit ihrem Mann Friedrich war sie bei der Arbeit für die 2014 erschienene Otternhagener Dorfchronik über die Lebens- und Liebesgeschichte des Paares gestolpert. "Der Name Huntemann ist hier nicht sehr verbreitet, tauchte aber immer wieder in Dokumenten auf. Wir sind dann auf umfangreiche Unterlagen wie Prozessakten gestoßen, in denen das Paar von ihrem Alltag berichtet", erzählt die Otternhagenerin.

Gemeinsam mit dem Osterwalder Dorfchronisten Heinrich Nädler haben sie dann weiter geforscht und so ein umfangreiches Bild über das Leben des Paares zusammengetragen.

Vor vier Jahren nahm das Trio die gemeinsame Arbeit auf, jetzt haben sie die Liebes- und Lebensgeschichte der historischen Protagonisten in einem Buch veröffentlicht. "In der Arbeit steckt auch ein wenig Suchtpotenzial. Man freut sich, wenn man wieder ein Puzzlestück gefunden hat, das die Geschichte abrundet", sagt Friedrich Mauthe lächelnd.

Öffentliche Buchvorstellung und Lesung im Ratskeller
Der Osterwalder Pastor brandmarkte die kleine Wohnung von Dorothea Nordmeyer einst als "Hurennest". Über ihr Leben und ihre Liebe zu dem Otternhagener Friedrich Huntemann, deren gemeinsamen täglichen Kampf um Anerkennung und für ihre Liebe berichten die drei Autoren während einer öffentlichen Lesung am Donnerstag, 3. November, im Neustädter Restaurant Ratskeller. Beginn ist um 19 Uhr. Die Lesung ist Teil Veranstaltungsreihe "Historischer Salon" des Arbeitskreises Regionalgeschichte. Der Eintritt ist frei. Das Buch mit dem Titel "12 Stockschläge auf den Rücken. Friedrich und Dorothea – Zwei Habenichtse im Bauerndorf des 19. Jahrhunderts" ist für 9.90 Euro im Handel zu erwerben.

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Das Titelbild zeigt eine symbolische Szene: Die Arbeit in der Landwirtschaft war zumeist ein Knochenjob.

Quelle: privat

Von Benjamin Gleue

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