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Pilzkiosk gibt es seit 50 Jahren

Mardorf Pilzkiosk gibt es seit 50 Jahren

Mit Leib und Seele Wirt: So lässt sich Helmut Tschechne am Besten beschreiben. Er ist - mit Unterbrechungen - seit 50 Jahren Pächter des heutigen Pilzkiosks am Uferweg in Mardorf. Neben dem mittlerweile denkmalgeschützten Pilz hat Tschechne im Oktober 1965 die dazugehörigen Dükerstuben gepachtet.

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Helmut Tschechne (großes Bild) steht vor dem Pilzkiosk in Mardorf, den er vor
50 Jahren gepachtet hat.

Quelle: Mirko Bartels

Neustadt. „Damals schlief das Nordufer noch tief, nur ein paar Auswanderer legten an und brachten Gäste“, erinnert Tschechne sich. Heute sei, bei gutem Wetter, „der Teufel los“.

In den Siebzigerjahren hat das Mardorfer Schützenfest, das immer am Pfingstwochenende gefeiert wurde, eine andere Besuchergruppe angezogen. Rockergruppen kamen zum Zelten ans Meer. „Die hatten Lastwagen bis unters Dach voll mit Bier, aber keine saubere Unterhose dabei“, sagt Tschechne mit einem verschmitzten Grinsen. Mit den raubeinigen Gästen sei es häufig zu Reibereien gekommen.

Tschechne bedauert heute den Rückgang der Kneipenkultur. „Der Wirt war wie ein Beichtvater“, sagt er. So mancher Gast habe ihm seine Eheprobleme geklagt, das Leben habe sich im Wirtshaus abgespielt. Sein Promi-Erlebnis: „Karl-Heinz Böhm hat bei mir mal einen Mokka getrunken“, erinnert er sich. Ende der Siebzigerjahre ging Tschechne nach Hannover, weil der Pachtpreis enorm steigen sollte. Doch bald zog es ihn zurück ans Meer, als sich die Gelegenheit bot, erneut den Pilzkiosk zu pachten.Nun bewirtet der 76-Jährige jedes Jahr von Gründonnerstag bis Ende Oktober Gäste. Allerdings: „Zum Jahreswechsel 2018/19 höre ich auf, mit 80 reicht’s“, kündigt er an.

Von Susanne Döpke

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