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Der Mann, der die Kresse hält

Poggenhagen Der Mann, der die Kresse hält

Brunnenkresse gilt als Modekraut in deutschen Küchen. In Poggenhagen läuft ein vielversprechender Anbauversuch.

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Steffen Göckemeyer erntet seine Brunnenkresse.

Quelle: Patricia Chadde

Neustadt. Eisen, Jod, Kalzium und viele Vitamine: Brunnenkresse zählt zu den gesündesten heimischen Pflanzen. Bezeichnungen wie Bachbitterkraut oder Quellrausch verraten, dass das Kraut fließendes Gewässer benötigt.

Die Wurzeln stehen im Wasser, weshalb die Ernte wilder Brunnenkresse mühsam ist. Da Hase und Igel nicht immer saubere Spuren hinterlassen und frische Blätter nach vier Tagen verzehrt sein sollten, gilt Brunnenkresse unter Gemüsehändlern als „grüne Diva“. Jetzt gibt es in Neustadt ein kleines Anbaugebiet für den Kreuzblütler mit den runden Blättern.

Fischwirt Steffen Göckemeyer hatte die Idee, das Fisch- mit dem Pflanzenökosystem zu kombinieren. Seine Forellen und Flusskrebse schätzen kaltes, nährstoffarmes und fließendes Wasser. Und die Brunnenkresse verwertet die im Wasser gelösten Nährstoffe exzellent. In der Wissenschaft werde die Doppelnutzung Aquaponic genannt, erklärt Göckemeyer und gelte als Chance für die Welternährung.

Beim Anbau hat sich Göckemeyer Tipps von der Erfurter Familie Fischer geholt, die die Produktion in einem Kresseklingen genannten Becken seit Jahrzehnten professionell betreibt. Im Gegensatz zum Erfurter Anbau sprudelt Göckemeyers Wasser auf rückenfreundlicher Arbeitshöhe, als „Beet“ nutzt der gelernte Fischwirt wasserdurchlässige Forellenbrutkästen.

Das Experiment entwickelt sich vielversprechend. Am Sonntag, 23. August, von 10 bis 13 Uhr, ist die Anlage an der Poggenhagener Straße 1 geöffnet. Besucher sind eingeladen, frische Blätter der Brunnenkresse zu verkosten.

Vielseitig, gesund und scharf

Brunnenkresse ist eine wintergrüne Sumpf- oder Wasserpflanze. In der Antike wurde sie für stimulierend gehalten, galt lange als fast universell einsetzbares Heilkraut. Gartenbaumeister Christian Reichart entwickelte im 18. Jahrhundert nahe Erfurt erste Kultivierungsmethoden, die von Napoleon nach Paris exportiert wurden. Brunnenkresse unterstützt die Blutreinigung, kann bei Gicht, Rheuma und Hautleiden helfen. Sie gilt als abwehrsteigernd und lindert Entzündungen der Mundschleimhaut. In der Küche eignet sie sich mit ihrer natürlichen Schärfe in Salat, Kräuterquark, als Brotbelag oder Pesto.

von Patricia Chadde

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