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Brandstiftung: Gericht vor schwierigem Puzzle

Neustadt Brandstiftung: Gericht vor schwierigem Puzzle

Ein abgebrannter Schuppen und eine vermeintliche Brandbombe: ein Polizist soll das Feuer in seinem eigenen Garten gelegt haben, so die Anklage. Nach Prozessbeginn vor einer Woche haben am zweiten Verhandlungstag nun Ermittler, Beamte und Brandmeister ausgesagt.

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Zweiter Prozesstag im Amtsgericht: Polizist ist wegen Brandstiftung angeklagt.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Die Feuerwehr war als erste vor Ort, löschte den Brand innerhalb von 20 Minuten komplett. Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr erzählte im Zeugenstand von Fußspuren, die von der Brandstelle über das Nachbarsgrundstück bis hin zum Bahngleis führten. "Der Boden war nass, deshalb können die noch nicht lange da gewesen sein", sagt der Feuerwehrmann.

Besonderes Augenmerk der Feuerwehr galt allerdings einem anderen Detail an diesem Abend: Ein weißer SUV, der langsam am Brandort vorbeifuhr. Er war den Einsatzkräften schon bei früheren Brandstiftungen im Neustädter Land aufgefallen. Auch der rätselhafte Schriftzug "R.I.P. Mimmo" beschäftigte die Feuerwehrleute : "Das ist der Spitzname eines Jugendlichen, der im Februar 2015 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist." Was der Schriftzug mit der Tat zu tun hat bleibt bisher unklar.

Auch geladene Polizeibeamte, die an den Ermittlungen beteiligt waren, kamen im Zeugenstand zu Wort. Der zuständige Brandermittler erklärte, dass der Brand nachweislich mit Vorsatz gelegt worden sei und es sich bei einer eigenartigen Apparatur "wahrscheinlich um eine Verzögerungsabsicht durch eine Kerze oder ähnliches handelte." Eine eindeutige Ursache ließe sich nicht feststellen - das Feuer habe alle Beweise vernichtet.

Die Ermittlungsleiterin bestätigte, dass DNA-Spuren auf dem Klebeband des Selbstbau-Brandsatzes vom Angeklagten stammen. Von der Fußspur zum Bahngleis, die der kollege zuvor beschrieben hatte, wusste sie nichts. Weitere Fußspuren am Zaun habe man zwar gesehen, aber den Löscharbeiten zugeordnet, sagten die Beamten aus.

Der Angeklagte selbst berichtete, dass er am fraglichen Abend Dienst im Polizeirevier Neustadt hatte. Er sei erst zu Hause eingetroffen, als die Löscharbeiten schon liefen.

Es scheint noch ein langer Weg bis zur Urteilsfindung - die Aussagen weiterer Polizeibeamter und der DNA-Gutachterin sollen zur Aufklärung des Falles beitragen. Der nächste Verhandlungstermin ist für Mittwoch, 18. Oktober, ab 8.30 Uhr, angesetzt.

Von Leonie Frank

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