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Ein Radweg voller Risiken

Neustadt Ein Radweg voller Risiken

Zu schmal, unübersichtlich und gefährlich: Der Radweg zwischen Neustadt und Mardorf bereitet vielen Radfahrern Sorgen. Verbesserungen sind angedacht, auch drastische Eingriffe in die Verkehrslenkung.

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Zu eng: Norman Gilster muss auf dem Radweg zwischen Mardorf und Neustadt anhalten, um die ihm entgegenkommende Lore Meier passieren zu lassen.

Quelle: Benjamin Gleue

Neustadt. "Dieser Radweg ist für Radfahrer eigentlich nicht geeignet", sagt ein Neustädter, der ihn fast täglich nutzt: Norman Gilster. Er kennt die Strecke entlang der Moorstraße bestens. Der Weg ist seiner Meinung nach "schlicht zu schmal". Bei Gegenverkehr oder beim Überholen von Fußgängern habe man kaum eine Chance auszuweichen, denn einen Seitenstreifen gibt es quasi nicht. Stattdessen mehrere Gefahrenstellen - kaum zu übersehen: rostende Metallpfosten, die spitz aus dem Boden ragen oder Leitplanken auf Knöchelhöhe.

In der Unfallstatistik findet sich der Weg bisher kaum wieder. Trotz aller Schwächen und Gefahren. "Er ist nicht als Schwerpunkt für Unfälle mit Fahrradfahrern bekannt", sagt ein Polizeisprecher. Die Region, der der Weg entlang der Kreisstraße 347 gehört, weiß um die Lage. "Wir überlegen, was wir tun können", sagt Behördensprecher Klaus Abelmann. Allerdings seien "Radfahrer dort nur Gäste". Der Weg sei als Gehweg angelegt, für Radfahrer lediglich zur Mitnutzung freigegeben. Generell hieße das, Radfahrer sollten auf die Fahrbahn ausweichen, wenn ihnen der Weg zu eng erschiene.

Das allerdings wird keinen Freund der Radwanderung überzeugen - zu riskant erscheint die Fahrt auf der ebenfalls unebenen Moorstraße, auf der zudem trotz weitreichende Geschwindigkeitsbegrenzungen Autofahrer häufig sehr schnell unterwegs sind.

Was also tun? Abelmann will Baumaßnahmen nicht ausschließen, "der Damm, auf dem Straße und Weg verlaufen, könnte verbreitert werden. Das ist technisch möglich." Wenn auch teuer.  Andere Möglichkeit: "Wir machen offiziell eine Fahrradstraße daraus", sagt der Behördensprecher. Autos seien dann, wie heute die Fahrräder auf dem Gehweg, "als Gast zu betrachten", hätten sich an strengere Auflagen zu halten. Letzte, extreme Variante:   Die Moorstraße wird für Autos gesperrt, der Verkehr komplett auf Bundesstraße 6 und andere Strecken verlegt. "Wir stehen ganz am Anfang unserer Überlegungen", sagt Abelmann.

Von Benjamin Gleue und Dirk von Werder

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