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Stadt bewilligt Bau von fünf Windrädern

Neustadt Stadt bewilligt Bau von fünf Windrädern

Der Rat der Stadt hat Plänen für den Bau von fünf Windrädern östlich Esperkes grundsätzlich zugestimmt – nach denkwürdigem Streitgespräch.

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Im März 2014 stelten Georg Jendritza, Helmut Eisbrenner, Frank Dollmann, Matthias Rudloff, Peter Krüger, Ute Bertram-Kühn und Jens Metterhausen Pläne für den Windpark vor.

Quelle: Götze

Esperke. Die spannendste These des Abends lieferte Grünen-Ratsherr Manfred Lindenmann: „Die Natur verliert wieder mal am meisten“, sagte er – unmittelbar, bevor der Rat Donnerstagabend Plänen für den Bau des Windparks Esperke zustimmte.
Sieben Gegenstimmen gab es – quer Beet aus Reihen der Grünen, UWG, FDP, SPD. In Abwesenheit von sechs Ratsmitgliedern stimmten die übrigen 28 zu. Das geschah nach einstündigem Streitgespräch zwischen Befürwortern und Gegnern der Pläne, aus dem Rat wie aus den Zuschauerreihen.
Landwirt Georg Jendritza, Sprecher der Grundeigentümer, hatte um Zustimmung geworben. Es gebe nur wenige Gegner im Dorf, die „immer den Anschein erwecken, das Dorf auf ihrer Seite zu haben.“ Das Dorf werde vielmehr insgesamt profitieren.
Das sehen Stefan Adolph und Rolf Hübener anders. Die Sprecher der Gegenseite zweifeln Gutachten zum Artenschutz an, sorgen sich auch um Anwohner im Nachbarort Hope (Heidekreis), in deren Richtung Abstandsregelungen „großzügiger“ ausgelegt seien als in Richtung Esperke.
Jurist Alexander Reiß, der die Planung begleitet hatte, versuchte, Bedenken zu entkräften: Alle Vorgaben der Region für die anstehende Änderung des Flächennutzungsplanes seien erfüllt, keines der Argumente gegen die Pläne sei seiner Meinung nach geeignet, eine Umsetzung zu verhindern.
Zum Schluss der Debatte ging es ans Eingemachte. Adolph fragt e scheidende Ratsmitglieder, ob sie ihre Zustimmung „als Mühlstein mit in den politischen Ruhestand nehmen wollen?“ oder ob sie denn „Scham empfinden?“ Grünen-Ratsherr Lindemann begründete seine These, „die Natur werde verlieren“ mit der Anmerkung Neustadt sei schon vielfacher Energiemeister und brauche den Wind aus Esperke nicht.

Der Stand der Dinge

Mit der Zustimmung des Rates hat Neustadt seine Vorrangflächen für den Bau von Windkraftanlagen festgelegt. Esperke ist eine der Flächen; östlich der Ortslage sollen dort fünf Anlagen entstehen - jeweils 200 Meter hoch und in der Summe in der Lage, 14000 Privathaushalte mit Strom zu versorgen. Die Stadtwerke Hannover und die Wirtschaftsbetriebe Neustadt wollen gemeinsam investieren, wollen eine Bürgerbeteiligung über Anteile oder Sparbriefe ermöglichen. Nach Aussage der Stadt könnten erste Baugenehmigungen Anfang 2017 erteilt werden. Im Rat kündigte Kritiker Hübener jedoch rechtliche Schritte gegen eine mögliche Genehmigung an.

Von Dirk von Werder

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