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Reges Interesse an neuer Unterkunft

Mardorf Reges Interesse an neuer Unterkunft

Am Mittwoch ziehen die ersten Flüchtlinge in die frühere Grundschule Mardorf ein. Am Dienstag öffnete die Stadt das Gebäude zur Besichtigung.

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Uwe Sternbeck (oben) zeigt einen Schlafraum. Falk Abromeit (von links), Klaus Strangfeld und Wilfried Müller besprechen die Pläne. „Hier fehlen noch Rollos“, finden Erika und Wolfgang Dörpmund (links unten). Im Hof steht ein Container mit Duschen (unten rechts).

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Mit kritischem Blick besahen sich die Besucher die zweckmäßig, aber kärglich eingerichteten Räume, stellten den Verwaltungsmitarbeitern viele Fragen. Sie erfuhren, dass die Einrichtung mit bis zu 50 jungen Männern aus Afrika belegt werden soll. Die ersten zehn Eritreer treffen heute ein, weitere Männer aus Eritrea, Malawi und dem Sudan werden folgen.

„Wir hoffen, die Mardorfer empfangen sie gut“, sagte Bürgermeister Uwe Sternbeck. Viele sind dazu bereit, wie sich zeigte. Etliche haben aber Vorbehalte: Sie befürchten nächtlichen Lärm, Verschmutzungen oder gar einen Verlust an Sicherheit. „Ich warne vor Vorverurteilungen“, sagte Klaus Strangfeld vom Fachdienst Soziales. Man wundere sich oft, was ein freundliches Wort bewirken könne.

Andere Besucher versuchten, sich in die Neuankömmlinge hinein zu versetzen. „Gibt es denn hier keine Möglichkeit, mal sein Handtuch aufzuhängen?“, fragte etwa Gudrun Dankenbring, andere vermissten eine Grundausstattung mit Kochgeschirr. Einige Töpfe und Pfannen sollen noch als Spende kommen, hieß es. Abgesehen davon sollten sich die Bewohner selbst versorgen - sie bekommen Sozialhilfe, wie Stadtsprecherin Nadine Schley erläuterte.

Hausmeister Lutz Deutscher und Sozialarbeiter Falk Abromeit betreuen die Unterkunft, rund um die Uhr ist ein Sicherheitsdienst vor Ort. Weitere Unterstützung plant eine Gruppe um Pastor Friedrich Kanjahn und Ortsbürgermeister Hubert Paschke. „Wir werden die Leute willkommen heißen“, sagt Ortsratsmitglied Björn Niemeyer (CDU). „Aber wir hoffen, dass die Einrichtung eine Übergangslösung bleibt.“

Adressen für Fragen und Hilfen

Viele Besucher zeigten sich gestern bereit, Kleidung, Möbel und Hausrat für die Neuankömmlinge zu spenden. Der zuständige Sozialarbeiter Falk Abromeit bittet darum, nicht einfach mit Gütern vor der Tür zu stehen. „Hier gibt es keinen Lagerplatz, bitte sprechen sie uns jeweils vorher an“, sagt er. Und Klaus Strangfeld weist auf die bewährten Institutionen hin, die DRK-Kleiderkammer, Lindenstraße 56, und das Möbellager der VHS an der Landwehr. Fragen der Bürger beantwortet das Bürgermeisterreferat, mit Nadine Schley, Telefon (05032) 84487 und Kathrin Kühling, 84486.

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