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Zug fährt in Lastwagen – 59-Jähriger stirbt

Tödlicher Unfall in Neustadt-Eilvese Zug fährt in Lastwagen – 59-Jähriger stirbt

Am Bahnübergang in Neustadt-Eilvese sind am Montag ein Regionalexpress und ein Lastwagen zusammengestoßen. Der 59-jährige Lkw-Fahrer wurde getötet, zwölf Bahnreisende durch Glassplitter verletzt. Die Unfallursache ist noch unklar. Die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Nienburg blieb bis in den späten Abend gesperrt. 

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Der Regionalzug riss den Lastwagen mehrere hundert Meter mit.

Quelle: Christian Elsner

Eilvese. Der Unfall ereignete sich gegen 10.50 Uhr, als an einer nicht geschlossenen Bahnschranke ein Regionalexpress der Deutschen Bahn am Bahnübergang in Neustadt-Eilvese in einen Lastwagen fuhr. Der 59 Jahre alte Lkw-Fahrer wurde durch den Zusammenstoß aus dem Führerhaus geschleudert und war nach Angaben der Polizei sofort tot. Der Regionalexpress, der an der Unfallstelle normalerweise mit Tempo 160 unterwegs ist, riss das Lkw-Wrack noch mehrere hundert Meter mit. 

Weil der Lastwagen bei dem Unfall seitlich gegen den Steuerwagen des Zuges geschleudert wurde, zersplitterten etliche Fenster des Doppelstockzuges. Nach Angaben der Polizei wurden zwölf Fahrgäste vorwiegend leicht verletzt – die meisten durch umherfliegende Glassplitter. Die Leitstelle der Region hatte Großalarm ausgelöst, weil viele Verletzte in dem Zug befürchtet wurden. Insgesamt waren unter Einsatzleiter David Hilpert von der Feuerwehr Eilvese knapp 100 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Polizei und Deutscher Bahn im Einsatz. 

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Fotostrecke Neustadt: Zug fährt in Lastwagen – ein Toter

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Die genaue Unfallursache ist noch nicht geklärt. Weil an dem Bahnübergang am Montag Bauarbeiten stattfanden, waren zum Unfallzeitpunkt nur Behelfsschranken in Betrieb, die per Hand von Bahnarbeitern bedient wurden. Nach Angaben der Polizei hatte der Lkw-Fahrer vor den geschlossenen Schranken gehalten. Als sich diese öffneten, signalisierten ihm Autofahrer auf der anderen Seite, den Bahnübergang wegen der durch die Bauarbeiten verengten Straße zuerst zu überqueren. Wenig später wurde das Fahrzeug des 59-Jährigen von dem Zug erfasst. Die Polizei sowie Experten der Eisenbahnuntersuchungsstelle des Bundes ermitteln, warum die Schranken trotz der Zugdurchfahrt geöffnet wurden. 

Der Regionalexpress kam am nahen Tunnel Balschenweg zum Stehen. Feuerwehr und Rettungsdienste hätten rund 300 Personen aus dem Zug holen müssen, sagte Feuerwehrsprecher Dennis Hausmann.

Bahnstrecke stundenlang gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Nienburg blieb bis spät in den Abend gesperrt. Auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn gab es den ganzen Tag über Behinderungen: ICE-Züge Richtung Bremen wurden umgeleitet, die Bahn gab Verspätungen von 50 bis 60 Minuten im Fernverkehr an. Da zudem der Bahnübergang in Eilvese gesperrt war, wurde der Verkehr durch den Tunnel Balschenweg geleitet. 

"So etwas möchte man nicht ansehen müssen"

Geschockt und etwas hilflos steht eine Gruppe Schüler am Feldrand nahe dem Tunnel Balschenweg. Immer mal wieder kommt ein Rettungshelfer vorbei und bittet sie, in einen der Busse zu steigen, die an der Straße Aufstellung genommen haben. "Wir warten noch auf unser Gepäck", sagt einer der Lehrer, "man hat uns gesagt, dass wir es im Zug lassen sollten." Die Gruppe aus Laatzen war auf dem Weg nach Wilhelmshaven, wollte dort ein paar Tage auf Klassenfahrt verbringen. Auch eine weitere Klasse war an Bord gewesen, sie kam aus Bad Salzdetfurth.

Pastor Friedrich Kanjahn kümmert sich als Notfallseelsorger um die Passagiere. "Viele der Kinder machen sich jetzt Sorgen, ob so etwas nochmal passieren kann", berichtet er. "Aber ich habe einen solchen Unfall noch nicht erlebt, und das, obwohl ich lange in Hannover gleich am Gleis gewohnt habe", sagt Kanjahn. Als Notfallseelsorger sei er bereits mehr als 20 Jahre eingesetzt.

Am Übergang selbst steht eine Frau etwas verloren. Sie hatte mit ihrem Auto gegenüber gewartet, der Unfall geschah direkt vor ihren Augen. "So etwas möchte man nicht ansehen müssen", sagt sie mit belegter Stimme und wendet sich ab.

Von Stefan Bürgel, Elisabeth Woldt und Kathrin Götze

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