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Auch um Sturmschäden muss sie sich kümmern

Mariensee Auch um Sturmschäden muss sie sich kümmern

Sturm Xavier hat im Neustädter Land Spuren hinterlassen - auch in den Landeswäldern Klostertannen und Häfern sind viele Bäume gefallen, Gehwege waren über mehrere Tage nicht passierbar. Erster Härtetest für Försterin Katharina Niebel, die Neue im Revier.

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Katharina Niebel freut sich jeden Tag auf die Arbeit im Wald.

Quelle: Leonie Frank

Mariensee. Sie stapft in Gummistiefeln quer durch den Wald, den Kopf stets nach oben zu den Baumkronen gerichtet, in der Hand eine Sprühdose mit neonorangener Farbe - Katharina Niebel markiert die Bäume, die es zu ernten, also zu fällen, gilt. Wo es sich lohnt, auszulichten, sehe man am besten, wenn man die Baumkronen begutachte. Auch umgeknickte oder entwurzelte Bäume hat sie zu markieren.

"Der Sturm hat uns kalt erwischt, keine Wetterstation hat ein solches Ausmaß vorhergesagt", sagt Revierleiterin Niebel. Zur Zeit seien über 500 Bäume in ihrem Zuständigkeitsbereich im Landeswald durch den Sturm beschädigt worden, eine endgültige Zahl habe sie aber noch nicht: "Es ist schwer, jeden einzelnen gefallenen Baum ausfindig zu machen, das wird noch dauern. Insgesamt sind wir aber glimpflich davongekommen."

Die Gehwege seien aber frei, gefährliche Stellen dürfte auch sie selbst nicht betreten, sagt Niebel - dafür sind dann Spezialisten zuständig, die mit einer Holzvollerntemaschine, dem Harvester, aus einem gesicherten Führerhaus heraus die Bäume ernten. Niebel: "Ohne das Gerät wäre die Gefahr, etwa durch herabfallende Äste, deutlich größer." Damit gehöre die Holzernte ohne die Maschinen zu den gefährlichsten Arbeitsbereichen in Deutschland.

Trotzdem kann Niebel sich keine bessere Aufgabe vorstellen, das zeigt auch ihr Umgang mit den Bäumen: Sie umfasst eine Lärche mit geübtem Handgriff, um den Durchmesser herauszufinden und misst Entfernungen mittels Schrittlängen durch Laub und Geäst. "Ich bin eigentlich jeden Tag draußen, nehme das Wetter viel intensiver wahr", sagt Niebel und lächelt. Sobald sie den Wald betritt, strahlt Niebel Freude aus. Eines möge sie besonders an ihrem Job - die Abwechslung.

Neben dem Markieren von Bäumen, die bei der nächsten Ernte bedacht werden sollen, gehöre auch der Verkauf von Holz und die Organisation einer jährlichen Drückjagd zu ihrem Aufgabenbereich. Trotz der vielen Funktionalisierungen seien noch viele Arbeiten zu erledigen. "Andere Aufgaben, wie die Waldpädagogik, werden von Spezialisten übernommen", diesen Teil vermisse Niebel als Revierleiterin. Forstwirtschaft sei zum Teil auch immer Büroarbeit: Über den Bestand der Bäume muss Buch geführt werden, die Ernte organisiert. Den Großteil ihrer Zeit verbringt sie aber im Wald - jeder Bestand muss alle drei bis sechs Jahre einmal gepflegt werden.

Der Druck auf die Forstwirtschaft wächst: Das Land möchte Einnahmen sehen, die Bevölkerung schöne Gehwege und an den Naturschutz müsse auch gedacht werden. Niebel: "Bei 2450 Hektar Gesamtfläche ist da immer etwas zu tun."

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Von Leonie Frank

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