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Frisch gezapft und jung geblieben...

Neustadt Frisch gezapft und jung geblieben...

In Vesbeck sind die beiden immer noch "die Kreugers": 33 ihrer 60 gemeinsamen Ehejahre waren Margret und Friedrich Riekenberg Gastwirte im Dorf. Heute feiern beide Diamantene Hochzeit.

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Margret und Friedrich Riekenberg heute und vor 60 Jahren.

Quelle: von Werder/Repro

Vesbeck. Ein "frisch gezapftes" im Dorfkrug, das war was. Friedrich Riekenberg zelebrierte das Füllen der gläsernen Tulpe mit dem Herrenhäuserpferd darauf. Druck, Temperatur, Winkel mussten stimmen - dann stimmten auch Aussehen und Geschmack des Bieres. Der mittlerweile 88-Jährige darf getrost als Meister seiner Zunft angesehen werden - auch, wenn er als Kneiper sein letztes Glas vor über 27 Jahren eingeschenkt hat.

Die Vorzeichen waren indes nicht die besten: "Dat mokt de nicht lang", hieß es im Dorf, als Landwirt Riekenberg - zudem Neuling im Dorf - umsattelte, die Tochter des Gastwirts zur Frau nahm, Wirt wurde. Doch weit gefehlt - Margret und Friedrich Riekenberg gehen eben als "die Kreugers" in die Dorfgeschichte ein - als eines der längst amtierenden und vor allem letzten Gastwirtspaare des Dorfes. "Einfach war das nicht immer", sagt die Ehefrau - Köchin, Servicekraft und Mutter in Personalunion. Oft genug hatten Riekenbergs Feierabend, wenn der Bäcker gegenüber (auch längst Geschichte) gegen 4 Uhr in der Frühe seine Backstube betrat. Und oft genug hieß es in der Nacht einfach durchhalten - man wollte ja keinen Gast verärgern. "Wenn dann vier gestandene Männer, alle deutlich jenseits der 50, nach erfolgreicher Traibjagd morgens um drei diskutieren, wer von ihnen der beste Christ ist, dann ist das keine pure Freude, zuzuhören", erinnert sich der "Kreuger". Und doch - die Zeit im Dorfkrug wollen beide nicht missen. "War schön, war interessant." Und am schönsten? "Wenn die Kinder sich Anfang Mai auf das erste Eis freuten." Wie ein Lauffeuer sprach sich herum, sobald das "Langnese-Schild" vor dem Dorfkrug stand. Eis am Stil für zwei Groschen. Und das Tönnchen Bier (0,1 Liter) für den Papa zum gleichen Kurs. Alles in allem: "Uns geht's gut - was will man mehr?"

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Margret und Friedrich Riekenberg heute und vor 60 Jahren.

Quelle: von Werder/Repro
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Von Redakteur Dirk von Werder

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