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Kastrationspflicht für den Stubentiger

Neustadt Kastrationspflicht für den Stubentiger

Um der Zahl streunender Katzen entgegenzuwirken, plant die Gemeinde Rodewald als erste Kommune im weiten Umkreis eine Kastrationspflicht für Hauskatzen vor.

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Der Verein Glückskatzen kümmert sich um die Tiere, versorgt sie, bekämft Krankheiten und kastriert bei Bedarf.

Quelle: privat

Rodewald. Eine entsprechende Satzung ist in Vorbereitung, soll dem Rat der Samtgemeinde im Oktober zur Beschlusfassung vorgelegt werden. Initiator ist der Verein "Glückskatzen – Tierhilfe in Rodewald". Der kümmert sich im Dorf um Katzen, "die namenlos ihr Dasein in Schuppen, Garagen und anderen Verstecken fristen", heißt es in einer Presseerklärung. "Jeden Tag muss jedes dieser Tiere den Kampf ums Überleben antreten. Einige schaffen es irgendwie, viele sterben an Krankheiten, Hunger, Parasiten“, berichtet der Vorstand.

Durch die Arbeit des Vereins rund um Streunerkatzen sei das Elend dieser Tiere bereits ein Stück weit in das Blickfeld der Bürger getreten. Immer mehr Menschen würden sich bei Vereinsmitgliedern melden und um Hilfe für die leidenden Tiere bitten. Die Problematik der unkontrollierten Vermehrung werde von vielen wahrgenommen. Fragen nach Kastration und Behandlungsmöglichkeiten nähmen zu. Die große Hoffnung der Vorstandsmitglieder Birgit Schneider, Heike Husmann und Dr. Amelie Kraemer, einer Tierärztin, sei, dass der Samtgemeinderat dem Antrag auf die Einführung einer Kastrations- und Registrierungspflicht in Rodewald nachkomme und "bereits im nächsten Winter mit größer angelegten Kastrationsprojekten einer ungewollten Vermehrung im nächsten Frühjahr vorgebeugt werden kann".

Zumindest aus der Verwaltung kommt Zustimmung. "Wir möchten in Rodewald ein Pilotprojekt fahren", sagt Torsten Deede, Allgemeiner Vertreter von Samtgemeindebürgermeister Knut Hallmann. Mit einer entsprechenden Satzung könne die Kommune die ehrenamtliche Arbeit des Vereins unterstützen. Die Katzenfreunde handelten im Sinne der Gemeinde. Ziel sei es, die Zunahme streunender Katzen einzudämmen. Die gebe es im Straßendorf Rodewald (zwölf Kilometer in Nord-Süd-Erstreckung) "sicherlich im dreistelligen Bereich". Die Zunahme der Population sei besorgniserregend. Die geplante Satzung gebe dem Verein eine Handhabe, Katzenhalter anzusprechen, wenn es Hinweise auf ungezügelte Vermehrung der Tiere gebe. Eine Kastration der Tiere könne dann angemahnt werden.

Vereinsvorsitzende Birgit Schneider spricht von einer aktuell "hohen Anzahl erkrankter Tiere". Katzenschnupfen, alte Knochenbrüche mit Arthrose, Entzündungen, verletzte Augen, extremster Parasitenbefall, Unterernährung und mehr seien unter den streunenden Tieren allgegenwärtig. Vorstandskollegin Kraemer ergänzt: „Manche Tiere sind einfach so krank, dass wir sie erlösen müssen. Solch gravierende Krankheitsverläufe findet man bei Tieren, die in menschlicher Obhut leben, glücklicherweise selten.“ Viele der aufgegriffenen Katzen sind momentan überdurchschnittlich lange beim Tierarzt, weil eine Behandlung oder gar Operation notwendig wird.

Daher hat der Vorstand auch ein Spendenkonto eingerichtet. Wer helfen möchte, kann auf das Glückskatzen-Konto Nr. IBAN: DE42256900090441116100, BIC: GENODEF1NIN, Volksbank eG Nienburg, spenden. Wer eine Katze oder eine größere Population von Katzen melden möchte, kann dieses unter der Telefonnummer (01525) 1592772 und per E-Mail an post@glueckskatzen-rodewald.de tun.

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Von Redakteur Dirk von Werder

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