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Minister lobt: Landwirt lässt die Sau raus

Rodewald Minister lobt: Landwirt lässt die Sau raus

Ferkel mit Ringelschwänzen, Sauen ohne einengende Kastenstände: Der Rodewalder Landwirt Hauke Duensing-Knop macht vor, dass Schweinezucht auch auf einem konventionellen Hof so funktionieren kann, wie der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer (Grüne) es sich vorstellt.

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Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Bündnis90/Die Grünen) informiert sich im Rodewalder Schweinezuchtbetrieb bei Hauke Duensing-Knop über tiergerechte Schweinehaltung.

Quelle: Leonie Steger/ML Niedersachsen

Rodewald. Für die tierschutzgerechten Haltungsbedingungen gibt es Prämien vom Land: An der so genannten Ringelschwanzprämie beteiligt sich Duensing-Knop seit 2015. Für die tierschutzgerechte Sauenhaltung ohne einengenden Kastenstand gibt es seit August pro Tier 150 Euro Prämie.

In Kastenständen werden Sauen vielfach untergebracht, damit sie in den beengten Verhältnissen im Stall die eigenen Ferkel nicht versehentlich erdrücken. Die stabilen Stahlgestelle hindern die Sauen daran, sich im Stall umzudrehen, geben nur so viel Platz, dass die Ferkel ungehindert an das Gesäuge gelangen können. "Es ist eben nicht tiergerecht, wenn Sauen fast 50 Prozent des Jahres bewegungslos in Käfigen gehalten werden", sagt Meyer, dessen Ministerium die Kampagne unter den Titel "Niedersachsen lässt die Sau raus" gestellt hat. Hauke Duensing-Knop hat den Betrieb 2015 von seinem Vater Rolf übernommen, der schon seit 20 Jahren nach den Grundsätzen des "Neuland"-Labels wirtschaftet.

"Wenn die Sauen genug Platz haben und man die Boxen sinnvoll einrichtet, gibt es ohne Kastenstand nicht mehr Verluste als mit", berichtet Duensing-Knop. Neben Mastschweinen und Sauen zieht der Betrieb auch 1.800 Ferkel "vorbildlich und tiergerecht" auf, wie Meyer sagt. Denn die Ringelschwänze bleiben dran, die Ferkel haben Auslauf und bekommen täglich frisches Stroh, aggressive Tiere werden zeitig aus der Gruppe genommen. In anderen Betrieben werden die Ferkelschwänze oft kupiert, weil in größeren Beständen immer wieder einzelne Tiere anderen am Schwanz knabbern - das kann zu einem regelrechten Blutrausch in einer Gruppe führen.

Sicher lasse sich aber nicht ohne weiteres jeder konventionelle Betrieb einfach umrüsten, meint Duensing-Knop, speziell bei größeren Beständen sei das oft kaum möglich. Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die sich aktuell dafür einsetzt, mehr von den Landwirtschaftssubventionen der EU über umwelt- und tierschutzgerechte Wirtschaft zu verteilen, anstatt wie bisher über die Fläche zu rechnen.

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