Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Rodewald lag ihm am Herzen

Neustadt Rodewald lag ihm am Herzen

Rodewalds Alt-Bürgermeister Fritz Thieße ist 86-jährig gestorben.

Voriger Artikel
Beim dritten Buch wird alles anders
Nächster Artikel
Fröhliches Osterblasen in zwei Kirchen

Fritz Thieße

Quelle: privat

Rodewald. "Du bist ja ook von Hoffe - ick heit Fritz". Der Vorname war für mich nicht neu - als noch relativ junger Lokalreporter der Leine-Zeitung vor fast 30 Jahren wusste ich natürlich, wie der Bürgermeister Rodewalds mit Vornamen hieß. Doch, dass er mir schon beim dritten oder vierten Treffen das "Du" anbot, war nicht selbstverständlich. So war er, der Fritz Thieße - bodenständig, strebsam, aufrecht. Ein Mensch - Bauer von Beruf - den man mochte, ein Kommunalpolitiker, der da war für seine Gemeinde Rodewald. Jetzt ist Fritz Thieße mit 86 Jahren gestorben.
Von 1986 bis 1996 war er Bürgermeister in Rodewald, hatte schon zuvor das mit über 12 Kilometer lange Straßendorf durch spannende Zeiten begleitet: als Ratsmitglied von 1969 an; dem Jahr, als sich die bis dato drei (!) eigenständigen Gemeinden obere, mittlere und untere Bauerschaft zusammenschlossen. Und er war dabei, als wenige Jahre später die Diskussionen zur Gebietsreform geführt wurden - würde sich Rodewald weiter an Neustadt, der alten Kreisstadt, und damit auch an Hannover binden, oder Richtung Weser wechseln? Letzteres geschah, Rodewald blieb eigenständige Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Steimbke im Landkreis Nienburg. Ein Konstrukt, das CDU-Mann Thieße schon bald zu schätzen wusste: "In Neistadt hätt se veel mehr Schulden." Rodewald entwickelte sich prächtig in den Jahrzehnten seither.
Thieße war Landmann aus altem Schrot und Korn. Die Sturheit im Manne machte Pause, wenn Pragmatismus angebracht erschien. Die Nähe zum Menschen zeichnete ihn aus und der stete Wille, im Verbund mit den neuen Nachbarn das beste für sein Dorf herauszuholen. Bei Bedarf - "an Amte" - wechselte er ins Hochdeutsche, ansonsten war das Plattdeutsch war seine Sprache. Wat schall ick seggen? "Wörst en anständigen Kerl, Thießen Fritz."

Von Dirk von Werder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wauy69bffqaeata669
Tragisches Ende eines Anglertreffens

In der Alten Leine wurde ein toter Angler gefunden.