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Neustadt Genuss im Fluss

Rund 300 Kanusportler aus allen Teilen der Republik können kaum irren: Die Leine lohnt, sie zu erpaddeln. Und Neustadt will mit rein ins Boot.

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Start in den Frühling: Die Leine bei Neustadt ist nicht nur für Freunde der Frühlingsfahrt der Kanusportgemeinschaft ein gern genutztes Revier.

Quelle: von Werder

Neustadt. "Es gibt hier eine Menge Möglichkeiten", sagt Bürgermeister Uwe Sternbeck. Zum ersten Mal überhaupt war das Stadtoberhaupt zur Frühlingsfahrt der Kanu-Sportgemeinschaft Neustadt eingeladen. Sportler wie Kommune gehen aufeinander zu, erkennen, dass sie gegenseitig profitieren können. "Die Frühlingsfahrt ist bundesweit beliebt, findet immer ihr Publikum", sagt Rainer Börke, Vorstand der Neustädter Kanutruppe, und viele Kanuten kämen eben nicht nur für die eine Tour nach Neustadt. "Wir Paddler finden hier einzigartige Bedingungen, können über 130 Kilometer ohne irgendwelche Hindernisse über Leine, Aller und Weser bis Bremen fahren."

Nun: Das Ziel Bremen hatte gestern keiner der 300 Sportler, die allein oder in Mehrsitzern von der Suttorfer Straße aus flussabwärts fuhren. Oder die gleich zu elft im Mannschaftsboot antraten, wie ein an der Unterelbe erfahrenes Team aus Hamburg. Hodenhagen an der Aller, 52 Kilometer Wasserlinie voraus, war offizielles Etappenziel. Und die Tour hatte es in sich. Start bei sechs Grad Außentemperatur, "das Wasser haben wir erst mal gar nicht gemessen", sagt Börke. Sieben oder acht Grad, meint er, dürfte das Leinewasser gestern gehabt haben. Kälteschutzkleidung war angesagt und überlebenswichtig. "Wenn da mal einer umkippt, hat er bei diesen Temperaturen nicht viel zeit, an Land zu kommen." Nach wenigen Minuten versagten die Muskeln ihren Dienst.

Klar sei aber auch, sagt Börke, "hier steigt keiner ein, der das mal eben probieren will." Jeder der Kanuten kenne den Sport, kenne die Risiken, kenne auch die Kälte, die vom Wasser ins Boot zieht. Und jeder weiß: mit jedem Kilometer im Boot steigt die Sonne höher, steigt an Tagen wie gestern auch die Außentemperatur. Da ist es sinnvoll, die Kleidung so zu wählen, dass man später auch ablegen kann. Gegen 15 Uhr am Nachmittag legte das Hauptfeld in Hodenhagen an, freute sich auf heißen Tee und Kuchen. "Und ich denke, jeder hat einen schönen Tag auf dem Wasser erlebt", sagt Börke.

Der Neustädter ist seit vielen Jahren in die Organisation eingebunden. Und er macht sich seine Gedanken um die Anlegestelle Suttorfer Straße. Parkplätze sind ausreichend vorhanden Toiletten am Leinepark und Freibad können genutzt werden. "Aber, wie lange noch?" fragt Börke. Die Tage des Freibades seien gezählt. "Hier wird sich einiges tun", sagt Stadtoberhaupt Sternbeck. Auch das Veranstaltungszentrum Leinepark - noch von der Volkshochschule Hannover Land angemietet und genutzt, sei kein Bau, mit dem man noch lange plane. Ein Gesamtkonzept für den Bereich Leine/Suttorfer Straße sei notwendig, werde in absehbarer Zeit angegangen. Die Stadt wisse, dass Tourismus an Fließgewässern, auch Wohnmobiltourismus, wachse. Der Parkplatz an der Suttorfer Straße sei für Wohnmobile ausgelegt, solle verbessert werden. Eine praktische Anlegestelle für Boote an der Leine sei erstrebenswert, betont Kanu-Fachmann Börke. Der Sportboothafen an der Kleinen Leine habe seine Schwächen. "Ist der Wasserstand zu niedrig, fährt man auf, ist er zu hoch, hängt man unter der Brücke."

Die Sportler wünschen sich also eine Ein- und Ausstiegsmöglichkeit - und auf Sicht vielleicht auch ein Bootshaus, als festen Treffpunkt der Sportler. Börke ist Vorstandsmitglied der Kanu-Sportgemeinschaft Neustadt. Die leidet wie viele Sportvereine unter Mitgliederschwund. "Kanusport ist Volkssport, aber immer weniger Kanuten organisieren sich." Vermutlich sei nicht einmal jeder Fünfte, der regelmäßig in ein Boot steige, selbst in einem Verein. Die Neustädter selbst organisieren sich möglicherweise neu - rücken an den Kanu-Club Steinhuder Meer heran, der die Tour am Sonntag erstmals mit organisiert hat. Gemeinsam werde man viel für den Kanusport auf der Leine und im Neustädter Land tun, sagt Börke. Dvon wiederum werde auch die Stadt profitieren.

Die Leine genießt man alleine

Rainer Börke schwärmt von "seiner" Leine, die der Neustädter so gerne mit dem Kanu befährt. "Das ist ein ganz besonderes Erlebnis in reiner Natur." Der Fluss liege im Regelfall recht tief im Bett, die Aussicht beschränke sich auf die Uferzonen. "Das ist eine einzigartige Ruhe, man fährt zügig mit rund zehn Kilometern pro Stunde und kann die Natur genießen, Tiere beobachten, fast ohne, dass man selbst überhaupt gesehen wird." Die zahlreichen Windungen im Flussverlauf böten dazu immer wieder Überraschungen. Es sei "sehr spannend, was nach der nächsten Kurve kommt."

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Von Dirk von Werder

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