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So verspielen wir jedes Vertrauen

Neustadt So verspielen wir jedes Vertrauen

Die Probleme der „großen“ Parteien, Wähler zu binden, sind hausgemacht, sagt der erfahrere SPD-Mann Harry Piehl und begründet das mit zwei Nach-Wahl-Entscheidungen aus den vergangenen Tagen.

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Erfahrener Kommunalpolitiker: Harry Piehl hier im Sommer bei einer Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck.

Quelle: privat

Neustadt. Piehl ist Ortsbürgermeister in Bordenau, seit Jahrzehnten Genosse und Ratsherr in Neustadt. „Wir müssen uns nicht wundern, wenn der Wähler SPD oder CDU nicht mehr wählt und sich anderen Gruppierungen zuwendet, oder gar nicht mehr zur Wahl geht", sagt Piehl der Leine-Zeitung. Seine Schelte macht er an zwei Begebenheiten der vergangenen Tage auf: dem Mandatsverzicht eines Ortsbürgermeisterkandidaten in Helstorf  - und der Entscheidung seiner eigenen SPD-Ratsfraktion, die bisherige Fraktionsvorsitzende Christina Schlicker nicht wieder in dieses Amt zu wählen.

"Da wird Frau Schlicker im Wahlkreis 2 für den Stadtrat auf den Spitzenplatz gesetzt und damit den Wählern suggeriert, sie werde weiterhin Fraktionssprecherin in der neuen Wahlperiode sein, und kaum ist die Wahl gelaufen, wird ein anderer gewählt." Für Piehl vor allem unverständlich: "In der Sitzung der Fraktion gab es nicht ein Wort der Erklärung, warum Schlicker nicht im Amt bleiben soll." Die Eilveserin habe ein glänzendes Wahlergebnis eingefahren, sei erfahrene Ratsfrau und beliebte Ortsbürgermeisterin in Eilvese. Erst vor einem halben Jahr sei sie zur Fraktionsvorsitzenden ernannt worden - und zwar "ganz klar mit der Ansage, sie solle den Posten auch nach der Wahl behalten." Es sei "für niemanden nachvollziehbar", dass dann ohne jede Begründung eine andere Entscheidung falle.

Ergebnis solch nicht nachvollziehbarer Entscheidungen sei, dass immer mehr Wahlberechtigte der Meinung seien, "die lügen doch sowieso alle", "da kann ich niemanden mehr von wählen".

Ähnlich verheerend wie der Umgang der SPD mit Schlicker sei das Verhalten des CDU-Ortsbürgermeisterkandidaten in Helstorf. Piehl: "Der CDU Wahlsieger Herr Metterhausen tritt sein Mandat einfach nicht an". Offensichtlich werde auch in diesem Fall ein Kandidat "auf den Spitzenplatz gesetzt und soll ordentlich Stimmen holen" und dann, nur drei Wochen nach der Wahl, sagt er: "das ist mir alles zu viel Arbeit und ich trete nicht an". Dabei habe die Arbeit im Ortsradt noch nicht einmal begonnen. "Das ist eindeutig Betrug am Wähler", sagt der Bordenauer Ortsbürgermeister; dass ein solches Amt mit Arbeit verbunden sei, müsse "wohl jedem klar sein der sich als Kandidat zur Verfügung stellt". 

Von Dirk von Werder

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