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Kirchengemeinden gründen Gemeindeverband Neustadt-Nord

Neustadt Kirchengemeinden gründen Gemeindeverband Neustadt-Nord

Sie rüsten sich gemeinsam für die Zukunft: Sieben Kirchengemeinden gründen den Gemeindeverband Neustadt-Nord. Eilvese, Hagen, Dudensen, Mandelsloh, Niedernstöcken, Helstorf und Otternhagen bündeln ihre Ressourcen. Der neue Zusammenschluss vereint mehr als 9000 Gemeindeglieder.

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Arbeiten künftig in einem Gemeindeverband enger zusammen: Die Pastoren aus sieben Gemeinden im Norden des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf.

Quelle: Grafik: HAZ

Neustadt. In Zeiten knapper Ressourcen und sinkender Zahlen von Gemeindegliedern rücken Kirchengemeinden enger zusammen und kooperieren in Verbänden. So nun auch im Norden des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf.

Dort wollen Pastoren und Gemeindevertreter ihre Zusammenarbeit künftig intensivieren. Der Verband gibt ihnen dazu die rechtliche Grundlage. Dies wird unter anderem dann notwendig, wenn der Umfang von Pfarrstellen reduziert wird. Dann übernehmen Kollegen in einem zweiten Ort seelsorgerische Aufgaben. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Pfarrämtern soll unkomplizierter geregelt werden. So können die Sekretärinnen in Zukunft in mehreren Gemeinden eingesetzt werden oder sich gegenseitig vertreten. Aber auch in der inhaltlichen Arbeit soll die Abstimmung verbessert werden. Ein Vorstand mit je zwei Vertretern aus jeder Gemeinde steuert die Kooperation im neuen Verband.

Das bedeute zwar einen erhöhten Abstimmungsbedarf, räumt Superintendent Michael Hagen ein, und die Aufgabe einer gewissen Eigenständigkeit der Gemeinden, beispielsweise bei der Besetzung von Pfarrstellen. "Doch die Vorteile wiegen das auf", so Hagen. Anders als bei einer Fusion bleiben die einzelnen Gemeinden erhalten. "Das hat den Vorzug, dass sie auch künftig einen eigenen Haushalt haben und Mitarbeiter beschäftigen können", erläutert Hagen. "Und nicht zu unterschätzen: Sie behalten ihre Identität."

Weitere Gemeinden wollen die Vorteile der Kooperation nutzen. Im Wunstorfer Bereich des Kirchenkreises werde deshalb über die Gründung zwei weiterer Verbände beraten, so Hagen.

Für die 9250 Gemeindeglieder des neuen Verbandes Neustadt-Nord ändert sich indes wenig. Sie werden auch künftig ihre Pastoren und Ansprechpartner vor Ort in den Gemeindebüros erreichen. Möglicherweise werden sie aber im Gottesdienst einen anderen Pastor auf der Kanzel erleben oder in einer der kirchlichen Gruppen von einem anderen Vertreter betreut.

So ist es im Falle von Ulrike Dörries-Birkholz, Pastorin in der Johannesgemeinde in Otternhagen, mit 850 Gläubigen eine kleine Gemeinde. Dörries-Birkholz, die eine halbe Stelle bekleidet, wird sich künftig zusätzlich in Hagen um die Seniorenarbeit kümmern. "Der Schritt hin zum Verband ist absolut sinnvoll. Es ist eine Chance, drohende Kürzungen aufzufangen, und für die Gemeindearbeit eine Bereicherung", sagt sie. 

Kirche saniert Gemeindehäuser

Auch bei den kirchlichen Immobilien reagiert der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf auf veränderte Bedürfnisse. Jüngst war das alte Gemeindehaus in Eilvese verkauft worden, das neue fällt deutlich kleiner aus. Weitere Verkäufe sind nicht geplant, sagt Superintendet Hagen. "Vielmehr beginnen wir nun mithilfe eines Programmes der Landeskirche, die Pfarrhäuser, die auf Dauer als solche genutzt werden, energetisch und baulich attraktiv zu machen", sagt er. "Auch das ist ein Beitrag, die Kirche für die Zukunft zu rüsten."

Info: Die Gründung des Gemeindeverbandes Neustadt-Nord wird heute mit einem Gottesdienst ab 18 Uhr in der St.-Gorgonius-Kirche zu Niedernstöcken gefeiert. Superintendent Michael Hagen hält die Predigt. Musik kommt vom Flötenkreis Helstorf.

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