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Soldaten werden für Grabpflege geehrt

Luttmersen Soldaten werden für Grabpflege geehrt

Am Dienstag sind zehn Soldaten aus Luttmersen für ihren Arbeitseinsatzes auf einem Friedhof in Frankreich geehrt worden. Dort sind mehr als 15.000 Tote aus dem Zweiten Weltkrieg begraben.

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Arbeit für den Frieden: Sebastian Hohmann (von links), Tatjana Sauer, Sven Jazbinsek, Jill-Joan Mennen und Maik Steffens haben gemeinsam in Frankreich Kriegsgräber gepflegt.

Quelle: Benjamin Gleue

Neustadt. Es ist eine einzige von vielen Hundert Kriegsgräberstätten allein in Europa: Niederbronn-les-Bains im Elsass. 15.472 Menschen - die meisten keine 25 Jahre alt, haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Welche schrecklichen und bewegenden Einzelschicksale sich hinter dieser Zahl verbergen, ist jüngst zehn Soldaten aus Luttmersen klar geworden - bei einem Arbeitseinsatzes auf dem Friedhof. Gestern wurden sie für ihren Einsatz geehrt.

4040 aufgereihte Kreuze aus Naturstein - jeder mit drei oder vier Namen versehen - erinnern an menschliche Tragödien und mahnen vor Krieg und Verderben. Die Mehrzahl der auf dem Friedhof beerdigten Toten sind deutsche Soldaten, die während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich ihr Leben verloren. Es sind auch Zivilopfer dabei - unter anderem ein Junge, der nur zehn Monate alt wurde. „Wenn man die vielen Namen auf den Kreuzen sieht, bekommt man einen ganz anderen Blick für die Schicksale der Menschen und das was während des Zweiten Weltkrieges passiert ist“, sagt Sebastian Hohmann, der die Gruppe im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge führte.

In zwei Wochen haben die in der Wilhelmstein-Kaserne stationierten Soldaten auf der Kriegsgräberstätte 63 Kubikmeter Erde bewegt und 240 Grabsteine ausgegraben, damit diese durch neue ersetzt werden. Michael Arndt, ehemaliger Regionspräsident und seit 23 Jahren Vorsitzender des Volksbund-Kreisverbandes, lobte das Engagement der Soldaten aus Luttmersen. „Kriegsgräberpflege ist immer auch ein Einsatz für den Frieden“, sagte er.

Ohne Spenden geht gar nichts

Der 1919 gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt und erhält die Gräber von mehr als 2,7 Millionen deutschen Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Europa und Afrika. Im Auftrag der Bundesregierung sind die Angestellten und ehrenamtlichen Helfer auf 832 Friedhöfen in 45 Ländern im Einsatz. Ein Drittel der jährlichen Ausgaben von gut 41 Millionen Euro stellen Bund und Länder zur Verfügung, zwei Drittel des Budgets deckt die humanitäre Organisation durch Spenden und Sammlungen. Schirmherr des Vereins ist Bundespräsident Joachim Gauck.

Von Benjamin Gleue

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