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Stadt schafft Platz für Flüchtlinge

Neustadt Stadt schafft Platz für Flüchtlinge

Heikle Themen brauchen Zeit: Der Verwaltungsausschuss hat am Montag beschlossen, wie die Stadt bis Januar 245 oder mehr Flüchtlinge unterbringen will.

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Die Flüchtlinge spielen auf dem Schulhof der ehemaligen Goetheschule Tischtennis und unterhalten sich. Außenstehende dürfen das Grundstück nicht mehr betreten.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Rathaussprecher Uwe Kreuzer berichtete am Dienstag zunächst nur, wie es in den bereits bekannten Notunterkünften in Neustadt, der ehemalige Goetheschule und der Sporthalle der Hans-Böckler-Schule an der Kornstraße, weitergeht. Pläne für weitere Objekte wie die Mardorfer Grundschule sowie Hotels in der Kernstadt und den Dörfern wollten Verwaltungs- und Fraktionsspitzen in einem Pressegespräch in den nächsten Tagen kundtun, hieß es.

Nach Vereinbarung mit der zentralen Anlaufstelle sollten bald jede Woche 14 Flüchtlinge neu in die Stadt kommen, sagt Kreuzer. Nächste Woche wird noch eine fünfköpfige Familie in einer Wohnung untergebracht, in der Woche darauf werden 23 Menschen in die Sporthalle einziehen.

Ab November kann dann auch das Obergeschoss der früheren Goetheschule genutzt werden. Dort will die Stadt bis zu 40 weitere Personen unterbringen. Bislang wohnen dort 55 zumeist junge Männer. Nachbarn murren aktuell vor allem darüber, dass der frühere Schulhof nun nicht mehr als Spielfläche zur Verfügung steht. Schilder verbieten das Betreten. „Ich finde es nicht richtig, das Gelände so abzuschotten“, sagt etwa Wolfgang Eickmann. „Integration stelle ich mir anders vor.“ Stadtsprecher Kreuzer sagt, die Schilder müssten aus versicherungstechnischen Gründen sein. Ein Sicherheitsdienst bewacht das Gelände, auch um die Bewohner vor Eindringlingen zu schützen.

Gegen die neuen Nachbarn hat Eickmann, der direkt neben dem Schulgelände wohnt, nichts. „Wir bekommen hier fast nichts von ihnen mit, höchstens mal dass jemand vorbeigeht“, sagt er. In der Nähe wohnten bereits afghanische Flüchtlinge. „Sehr nette Leute“, sagt Eickmann. Auch Joachim Schendzielarz, ein paar Häuser weiter, ist mit der Situation einverstanden, wie er sagt. „Hier gibt es keine Störungen. Die jungen Männer sagen auch freundlich guten Tag, wenn sie vorbeigehen.“ Einzelne Nachbarn hätten Vorbehalte, sagt Schendzielarz. „Ich nicht, ich kenne junge Leute, habe 38 Jahre in der Berufsschule gearbeitet.“ Er wünsche sich, dass die Lage so friedlich bleibt: „Das ist sicher kein einfaches Leben da.“

Im Norden hilft ein Netzwerk

Über Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen im Norden der Stadt informiert ein Netzwerk am Donnerstag, 8. Oktober, ab 20 Uhr, im Gasthaus Wienhöfer in Helstorf – im Anschluss an die Ortsratssitzung, die dort um 18.30 Uhr beginnt. Das Netzwerk kümmert sich seit Monaten um einige Familien, die in Helstorf und den umliegenden Dörfern untergebracht sind. Mit der großen Sammelunterkunft in der Wilhelmsteinkaserne in Luttmersen hat sich die Arbeit verändert.

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