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Stammsitz der Wölper Grafenwird erforscht

Neustadt Stammsitz der Wölper Grafenwird erforscht

In einer Urkunde des Grafen Bernhard von Wölpe aus dem Jahr 1215 ist Neustadt erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg Wölpe, Sitz des Adelsgeschlechts, wird derzeit archäologisch erforscht. In Erichshagen bei Nienburg befinden sich die Überreste des Bauwerks, das im 19. Jahrhundert abgerissen worden ist.

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Bei einem Kolloquium besichtigen Teilnehmer die Ausgrabung an der Burg Wölpe

Quelle: Berthold/Stadt Nienburg

Neustadt/Erichsberg. Die Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft und die Uni Regensburg führen dort seit 2011 jährlich Untersuchungen durch. Bei der neuesten Grabung sind zum Beispiel eine steinerne Kanonenkugel und Münzen entdeckt worden, eine zeigt das Abbild von Ludwig XIV.

Kommunalarchäologe Jens Berthold findet die bislang völlig unbekannten Steinbauten eines Gebäudes aus der Gründungszeit der Burg viel interessanter. Bei Grabungen im Vorjahr war eine Gebäude-Ecke freigelegt worden. Nun stellte sich das noch in Grundmauern erhaltene Mauerteil als Eingang eines massiven Gebäudes heraus, der um die Ecke führte und so Angreifer wohl am Eindringen in die Burg hindern sollte. In vorherigen Grabungen wurden zum Beispiel Holzkonstruktionen aufgedeckt, die den vier Meter hoch aufgeworfenen Erdhügel stabilisieren sollten. Geschossspitzen von Armbrüsten, ein Reitersporn, Ofenkacheln und ein Spielzeugpferd aus Ton geben Einblicke in den Alltag auf der Burg.

Das Bauwerk hatte eine wechselvolle Geschichte: Nach der Errichtung im 12. Jahrhundert wurde es mehrfach zerstört, 1859 wegen Baufälligkeit endgültig abgerissen. Die Grafen von Wölpe starben im 14. Jahrhundert mangels männlicher Nachkommen aus. Die Stadt Neustadt ehrt noch heute verdiente Bürger mit dem Wölper Pfennig, benannt nach einem Silbergeldstück, das die Neustädter Münze um 1200 geprägt hat.

von Susanne Döpke

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