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Aufbruchstimmung im Jubiläumsjahr

Neustadt Aufbruchstimmung im Jubiläumsjahr

Es war ihr erster offizieller Besuch in einem Kirchenkreis und er wurde zum Ereignis: Landessuperintendentin Petra Bahr hat Dienstagabend Christen aus Neustadt und Wunstorf in Aufbruchstimmung versetzt.

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Fred Norra, Petra Bahr, Michael Hagen und Markus Buchholz

Quelle: von Werder

Neustadt/Wunstorf. Christen - nicht nur evangelisch-lutherischen Glaubens. Unter den rund 100 Besuchern in der Liebfrauenkirche auch Vertreter der katholischen und der freikirchlicher Gemeinde Neustadt. Petra Bahr, 1966 in Lüdenscheid geboren, ist ausgebildete Journalistin, sattelte - vergleichbar Liebfrauen-Pastor Markus Buchholz - ein Theologiestudium auf, promovierte 2002 und ist seit vier Monaten Landessuperintendentin im Spengel Hannover - als "Mittlerin zwischen Kirchenkreisen und Landeskirche", wie sie gegenüber Pressevertretern sagte.

Der Kirchenkreis Neustadt/Wunstorf war also erster dieser Art, den sie im Amt besuchte - als "offen, gastfreundlich und neugierig" habe sie die Christen um Superintendent Michael Hagen kennengelernt, sagt Bahr im Anschluss. Als "offen und neugierig" zeigte sich auch: gegenüber den Gläubigen im Kirchenkreistag, der vor dem Vortrag getagt hatte, auch gegenüber den Besuchern in der Liebfrauenkirche. Bahr sprach über "Woher und wohin – Christen im Jahr der Reformation“, und sie tat das in Anlehnung an Martin Luther in Form von Thesen. So wie "Redet Klartext", denn "mit Phrasen werben auch Krankenkassen", oder "macht Platz fürs Evangelium". Dazu gehöre es, Gerümpel wegzuräumen, das sich angesammelt habe, den Glauben beeinträchtige.

"Vergesst die Kirche" forderte Bahr gar an anderer Stelle, um sogleich zu erklären: "Stellt Euch als Christen auf, die einen gemeinsamen Weg gehen." Zweifel gehörten dazu, Selbstkritik. Luther und seine Weggefährten seien keine Ikonen gewesen, seien vielfach von Selbstzweifeln geplagt gewesen, "ohne seine Käthe sicher aus heutiger Sicht schwer am Rand der Depression".

Auch heutige Christen müssten den Mut haben, Sachen in Frage zu stellen, aber eben auch offen für ihren Glauben werben. "Wir dürfen uns nichts vormachen", sagt Bahr zum Beispiel, "natürlich ist es eine Verlusterfahrung, wenn junge Kollegen deutlich öfter beerdigen als dass sie taufen". Aus Erfahrung aber lerne man. "Nur, wer sich erinnert, hat auch eine Zukunft" und "nur, wer richtig feiert, kann bestehen". Damit ist sie bei ihrer letzten, der 14. These: "Feiern wir das Reformationsjubiläum. Und zwar richtig."

Bahr trifft den Geschmack ihrer Zuhörer; sie löst "die Emotionen aus, die mir oft in Predigten fehlen", sagt Andreas Reinke, und bittet Bahr, die Seelsorger entsprechend zu motivieren, "Feuer und Flamme einzubringen." Niemand wird's ihm nach diesem Abend übelnehmen.

Zwiegespräch in der Ökumene

Mit ein oder der anderen Aussage Petra Bahrs dürfte es "in Rom Schwierigkeiten gebeen", sagte Neustadts katholischer Pfarrer Matthias Ziemens. Die Reformation feiern? "Warum?" habe ihn neulich ein anderer Katholik gefragt und ergänzt "ich feiere ja auch nicht die Scheidung von meiner Frau". Ziemens sieht Grund zu Feiern, sieht die Reformation als "Zeichen der Erneuerung", die stete Aufforderung, zu erkennen, "dass wir alle Diener des Volkes Gottes sind." Petra Bahr ging gern auf die Worte des Pfarrers ein. "In meiner Jugend war es häufig noch ein Unding, über Glaubensgrenzen hinweg zu heiraten." In manchen Gegenden seien Steine geflogen zwischen katholischen und evangelischen Christen. "Wir haben sehr viel erreicht in den vergangenen Jahrzehnten."

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Von Dirk von Werder

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