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Suttorf Stellen Wilderer Rehen nach?

Jagdpächter Carsten Ludowig ist in Sorge: Er und seine Mitpächter vermuten, dass im Suttorfer Revier Wilderer ihr Unwesen treiben.

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Für Rehe ist aktuell Schonzeit - trotzdem fand
Pächter Carsten Ludowig (links) kürzlich einen toten
Bock im Suttorfer Revier. Auf einem Hochsitz lag
überdies eine Auflage für Gewehrläufe, die man nur für Distanzschüsse braucht: „So jagen wir hier nicht“, sagt Ludowig. Er und seine Kollegen sind alarmiert, beobachten auch fremde Fahrzeuge im Revier mit Argusaugen.
Götze /dpa (Archiv)

Quelle: Kathrin Götze

Suttorf. Erst kürzlich fand er einen Rehbock, der an einem Bauchschuss verendet ist - und zwar in der Schonzeit, in der kein Waidmann auf einen Bock anlegt. „Man riskiert dann seinen Jagdschein“, sagt Ludowig. Mehrfach sei aufgefallen, dass Gruppen standorttreuer Rehe deutlich kleiner würden. Ludowig schätzt, dass in den vergangenen zwei Jahren bis zu 50 oder 60 Tiere aus dem Revier verschwunden sind.

Anwohner und auch Jäger im Revier hörten nachts ganze Folgen von Schüssen. Die Pächter fragten in den Nachbarrevieren nach, konnten die Schüsse aber nicht zuordnen. Die Pächter beobachten überdies seit zwei Jahren Veränderungen im Verhalten des Wildes: Die Tiere reagierten zunehmend unruhig, etwa auf vorbeifahrende Fahrzeuge oder Menschen. Noch 2014 habe man in 30 bis 50 Metern Entfernung an den Rehen vorbeifahren können, ohne dass diese flüchteten. Heute liefen die Tiere in manchen Teilen des Reviers bereits davon, wenn ein Auto auf 250 Meter herankomme - für die Jäger ein Zeichen, dass sie von anderen nächtlichen Störungen beunruhigt sind, dass vielleicht sogar aus einem Auto auf sie geschossen worden sein könnte.

Als vor zwei Wochen ein Reh gefunden wurde, das an einer Schussverletzung verendet war, erstattete Ludowig Anzeige. Wilderei wird mit Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft bestraft.

Die Polizei brauche konkrete Ermittlungsansätze, sagt Jürgen Winkler, Chef des Kriminalermittlungsdienstes. „Wer dort nachts Schüsse hört oder gar ein angeschossenes Tier findet, sollte uns rasch benachrichtigen, damit wir noch Spuren sichern können.“ Der Notruf ist unter 110, die Wache in Neustadt unter Telefon (0 50 32) 9 55 91 15 zu erreichen.

Von Kathrin Götze

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