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Syrer protestieren gegen Turnhallen-Unterbringung

Neustadt Syrer protestieren gegen Turnhallen-Unterbringung

WErstmals hat eine Gruppe von Flüchtlingen in Neustadt gegen eine Unterbringung in einer Notunterkunft protestiert: 20 Syrer, allesamt alleinstehende Männer, weigerten sich am Montagabend, ihnen zugewiesene Schlafräume in der Turnhalle Hans-Böckler-Straße zu beziehen. Ihnen sei von Vertretern der Stadt eine Unterbringung in Wohnungen zugesichert worden.

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Vorübergehende Heimstatt: Die Turnhalle der Hans-Böckler-Schule bietet etwa 30 Flüchtlingen eine provisorische Unterkunft. Aus Holzplatten hat ein Tischler provisorische Wohnbereiche für die Familien geschaffen, Feuerwehr und DRK haben beim Aufbau geholfen. Die Bundeswehr hat den Hallenboden mit einem Schonbelag ausgelegt.

Quelle: Archiv/Döpke

Neustadt. Ihnen sei eine Unterbringung in Wohnungen, zumindest aber in Einzelzimmern zugesagt worden, soll einer der Männer gegenüber Vertretern der Stadt gesagt haben. Eine Turnhalle würden sie daher nicht betreten, keine der angebotenenen Schlafmöglichkeiten nutzen. Die Gruppe kündigte nach Informationen der Leine-Zeitung an, anderenfalls nach Holland weiterreisen zu wollen. Von diesen Überlegungen nahmen sie jedoch schließlich Abstand, bezogen am späten Abend ihre Unterkunft.

Stadtsprecherin Nadine Schley bestätigte gestern entsprechende Informationen der Leine-Zeitung. Auch Sozialdezernent Maic Schillack sei vor Ort gewesen, habe mit den Männern gesprochen. „Die sind vermutlich tatsächlich mit anderen Erwartungen in Neustadt angekommen“, so Schley. Es gebe Hinweise, dass Flüchtlingen in Erstaufnahmestellen und/oder Durchgangsstationen suggeriert werde, dass in der aufnehmenden Kommune ausreichend Wohnraum zur Verfügung stehe. „Das erschwert natürlich unsere Arbeit im Umgang mit den Menschen“, sagte Schley. Denn die Realität sei eine andere. Es gebe bei Weitem nicht ausreichend Wohnraum.

Aktuell sind in Neustadt 75 Flüchtlinge in Sammelunterkünften (Hans-Böckler-Halle, Goetheschule) untergebracht, weitere 100 in der Kaserne Luttmersen.

Von Dirk von Werder

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