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Vom Skeptiker zum Fan der Tagespflege

Neustadt Vom Skeptiker zum Fan der Tagespflege

Das Thema Tagespflege ist mit vielen Vorurteilen belastet, darum lädt das DRK zum dreijährigen Bestehen am nächsten Sonnabend von 14 bis 17 Uhr, in seine Räume an der Lindenstraße ein. Der Alltag in der Tagespflege sieht in etwa so aus.

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Erich Arndt wirft in der Tagespflege des DRK einen Dartpfeil.

Quelle: Susanne Doepke

Neustadt. Trutchen Rost hat immer Trubel um sich herum gehabt.  Sie war Gastwirtin in Mardorf, "immer Leute um mich, jeden Tag 16 Stunden, das war gar nichts", sagt die heute 82-Jährige. Im Ruhestand hatte sie noch ihren Freundeskreis, doch irgendwann waren von 14 Leuten nur noch vier übriggeblieben. Als ein Freund dann in die Tagespflege ging, war sie zunächst schockiert, weil sie dachte, dass dort nur Pflegefälle betreut werden. Auf Rat ihrer Tochter schaute sie sich das mal an und will heute ihre Gruppe aus der DRK-Tagespflege und das Personal nicht mehr missen.

Ein typischer Tag beginnt dort zwischen 7.30 und 8.45 Uhr mit dem Abholen der Gäste - so nennen Leiterin Susanne Thake und ihre Mitarbeiter ihre 14 bis 16 Schützlinge. In den hellen, freundlichen Räumen an der Lindenstraße gibt es zuerst Frühstück für alle, anschließend wird bei einer Zeitungsrunde über die Ereignisse des Tages - auch die lokalen aus der Leine-Zeitung - gesprochen. Dann startet eine Bewegungsrunde mit Sitzgymnastik nach Musik. Dass der Vormittag immer gleich abläuft hat zwei Gründe: Die Senioren brauchen Struktur, weil ihnen das Orientierung verleiht - nicht alle sind so fit wie Rost - haben zum Teil mit Demenz zu kämpfen. Außerdem werden Körper und Geist aktiviert.

Nach dem Mittagessen wird geruht, danach mal Gedächtnistraining, Dartspielen, Singen, Geschichtenvorlesen, oder auch mal eine Geburtstagsfeier. Inge Schneemann ist 90 geworden und hat Kuchen spendiert. "Einen habe ich sogar selbst gebacken", sagt die rüstige Frau. "Zuhause allein sitzen, das bringt doch nichts", sagt sie. Platznachbarin Elfriede Kaspar (84) stimmt zu: "Das bisschen Leben, dass wir noch haben, wollen wir uns freuen und hier sind alle so lieb", sagt sie.

Der Tagespflege stehen viele ältere zunächst skeptisch gegenüber. Gegenüber von Schneemann und Kaspar sitzt eine Frau mit Demenzproblemen. "Sie war erst sehr ängstlich, wollte nach Hause und hat immer nach ihren Kindern gefragt", sagt Thake. Das hat sich geändert. Die Frau ist gern in der Tagespflege, lächelt viel und ergreift immer wieder die Hand von Mitarbeiterin Astrid Frey, sucht menschliche Nähe. Die nimmt sie auch mal in den Arm und drückt der Seniorin ein Küsschen auf die Wange. Gegen 16 Uhr geht es für die Gäste wieder nach Hause.

So findet man Tagespflege-Einrichtungen

Die Tagespflege des DRK in Neustadt ist nur ein Anbieter von vielen. Hilfe bei der Auswahl und Finanzierung bietet der Pflegestützpunkt Unteres Leinetal der Region, der Beratungen in Neustadt, Wunstorf, Garbsen und Seelze anbietet und unter Telefon (0511) 70 02 01 14 und -15 zu erreichen ist. Die Tagespflege wird abhängig von der Pflegestufe von Kassen getragen. Auch bei Pflegestufe Null wird nach Auskunft von Susanne Thake ein Tag in der Woche übernommen. Viele Einrichtungen bieten zudem Schnuppertage an. Die DRK Tagespflege Neustadt, lädt für Sonnabend, 30. April, von 14 bis 17 Uhr, zum Tag der offenen Tür mit Kunsthandwerkermarkt und Aktionen ein.

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Von Redakteur Susanne Döpke

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