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Hüttengelände kommt unter den Hammer

Neustadt Hüttengelände kommt unter den Hammer

Kann auf dem ehemaligen Hüttengelände an der Landwehr doch noch ein Wohngebiet entstehen? Auch wenn sich bisherige Planspiele nicht verwirklichen ließen, könnte nun wieder Bewegung in die Sache kommen. Ende des Monats soll ein Teil des Geländes versteigert werden.

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Ruinen stehen auf der alten Hüttenbrache im Westen der Kernstadt. Ein Teil des Areals soll zwangsversteigert werden.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. 120 000 Quadratmeter groß ist das Areal in bester Lage zwischen Landwehr und Siemensstraße. Seit Jahrzehnten gibt es von Stadt und Politik bereits Ideen, wie das brachliegende Gebiet genutzt werden kann – bisher sind aber alle Pläne zur Nachnutzung gescheitert. Das Hauptproblem: Die Fläche ist fast überall mit Schwermetallen belastet. Zink, Arsen, Blei, Quecksilber und andere Schadstoffe lagern im Boden, eine Revitalisierung wäre deshalb teuer.

Dennoch kommt nun eine fast 52 000 Quadratmeter große Teilfläche unter den Hammer. Am Freitag, 30. September, um 9 Uhr beginnt die Zwangsversteigerung des Geländes im Neustädter Amtsgericht (Saal 214). Gutachter beziffern den Verkehrswert auf 775 000 Euro. Allgemein rückt die mögliche Erschließung des Areals seit Kurzem wieder vermehrt in den Fokus, weil die Region vor einem Jahr beschlossen hat, ein Gutachten zur Revitalisierung mit 50 000 Euro zu bezuschussen.

Ganz aktuell fordert nun die CDU, die Planungen für ein neues Baugebiet zwischen Landwehr und Siemensstraße voranzutreiben. "Wir brauchen eine einheitliche Lösung für das gesamte Areal. Damit verhindern wir, dass sich jemand die Rosinen herauspickt", sagt Reinhard Scharnhorst, Bauexperte der Christdemokraten.

Die Stadt würde das Bauland-Vorhaben begrüßen. "Innerstädtische Entwicklung ist immer wünschenswert", sagt Sprecherin Nadine Schley.

Villa ist schon ausgebaut

Einst war das Hüttengelände an der Landwehr das Zentrum der hiesigen Industrialisierung. Mitte des 19. Jahrhunderts waren bis zu 1100 Neustädter in der Hütte beschäftigt. Von der einstigen Großfirma ist heute vor allem noch die Villa an der Zufahrt zum Hüttendamm bekannt, die 1857 als imposantes Direktionsgebäude errichtet wurde.

Als Unternehmer Robert Kuhlmann das Gebäude Jahrzehnte später zum Familiensitz umgestaltete, erhielt es im Volksmund die liebevolle Bezeichnung "Kuhlmannsche Villa". Der Unternehmer ließ bis 1975 auf dem Gelände Dachpappe produzieren. 2011 verkaufte die Erbengemeinschaft die sanierungsbedürftige Villa, heute sind dort Wohnungen untergebracht.

Von Benjamin Gleue

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