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Traditionshaus Bartling wird weitergeführt

Neustadt Traditionshaus Bartling wird weitergeführt

Die Wulfelader haben am Wochenende gefeiert, dass eine Tradition im Ort erhalten bleibt. Der Gasthof Bartling, seit mehr als 100 Jahren Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft, wird weitergeführt. Das 400-Seelen-Dorf behält damit zwei Adressen zur Einkehr - und ist eine absolute Ausnahme.

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Eine alte Postkarte zeigt Motive aus Wulfelade, oben ist der Gasthof Bartling zu sehen.

Quelle: PRIVAT

Wulfelade. Michele und Aneta D’Onofrio übernehmen das Traditionsgasthaus Bartling, an der Ortsdurchfahrt gelegen. Das Gastronomen-Ehepaar kennt sich aus in der Branche, führte 17 Jahre lang die Szenekneipe Küsters Hof in Wunstorf, organisierte dort Familienfeiern, Konzerte, Mottopartys und Public Viewing. Mit diesem Konzept wagen sie nun in Wulfelade den Neuanfang. „Familie D’Onofrio ist ein Glücksgriff für uns“, sagt Hermann Bartling, der das Haus mit seiner Frau Karin in dritter Generation führte und sich Ende April in den Ruhestand verabschiedete. „Die Familie ist genauso offen und herzlich wie wir.“

31 Jahre lang standen die Bartlings hinterm Thresen, hinterlassen den D’Onofrios ein gut laufendes Lokal, wie sie sagen. Dieses Bild sah bestätigt, wer den Weg zur Eröffnungsparty fand: Viele Dorfbewohner hießen die neuen Betreiber willkommen und waren der Einladung ins Gasthaus gefolgt. „Wir freuen uns, dass es weitergeht. Hier haben wir schon so manches Fest gefeiert“, sagte Möbeltischler Hans-Joachim Sieg. Gemeinsam mit seiner Frau Birgit überreichte er dem Gastgeberpaar ein Geschenk. „Wir werden hier so freundlich aufgenommen“, sagte Aneta D’Onofrio sichtlich gerührt. Auch viele Wunstorfer Stammgäste wie Familie Seekamp waren nach Wulfelade gekommen. „Schade, dass sie Wunstorf verlassen haben“, sagte Stefan Seekamp. „Aber schön, dass sie hier einen guten Start hinlegen.“ Den wünschte auch Ortsbürgermeister Heinrich Zieseniß. „Es ist ganz wichtig, dass das Gasthaus als Treffpunkt für Jung und Alt erhalten bleibt“, sagt er. Ein Gasthaus sei immer ein Stück Identität. „Dass wir in Wulfelade gleich zwei gut gehende Gaststätten haben, ist doch sensationell und sucht im Norden Neustadts seinesgleichen“, so Zieseniß.

Tatsächlich ist Wulfelade mit seinen zwei Gasthäusern in direkter Nachbarschaft eine Ausnahme. In vielen Dörfern ringsum gibt es die urige Dorfkneipe längst nicht mehr. „In ganz Mandelsloh gibt es nicht einen Gasthof zur Einkehr“, bedauert Ortsbürgermeister Günter Hahn. Die acht Dörfer der Ortschaft bilden – gastronomisch gesehen – einen blinden Fleck auf der Karte. In der letzten Kneipe, im Gasthaus Küster, gingen schon vor vielen Jahren die Lichter aus. Das typische Dorfgasthaus ist auch im Mühlenfelder Land nur noch einmal zu finden, wie Ortsbürgermeister Heinz-Günter Jaster berichtet. „Dat Nöpker Bierhus ist für Vereine, Stammtische und Gruppen ein Segen“, sagt er. Dort spiele sich der Großteil der Aktivitäten der Dorfgemeinschaft ab. In Borstel fehle solch ein uriger Treffpunkt, die Hagener kehren in einem griechischen Lokal ein. In Dudensen gibt es zwar einen Gasthof, das Gasthaus Beermann. Dort aber gebe es keinen allabendlichen Ausschank. Immerhin aber biete es einen Saal für große Feierlichkeiten. Auch dieses Angebot gerät mehr und mehr zur Seltenheit. Einen Saal suchen die Neustädter in der Kernstadt seit der Schließung des Hotels Scheve vergeblich.

Michele und Aneta D’Onofrio machen sich indes um das Kneipensterben keine Gedanken. „Wir freuen uns auf den Neuanfang“, sagt der Gastronom. Dass im kleinen Wulfelade zwei Häuser um die Gunst der Gäste buhlen, sieht D’Onofrio gelassen. „Wir haben ganz unterschiedliches Publikum. Da machen wir uns die Gäste nicht streitig“, sagt er. Im benachbarten Gasthaus Gließmann wollte man das nicht kommentieren.

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