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Lieferant auf dem Prüfstand

Neustadt Lieferant auf dem Prüfstand

Nach Protesten gegen die Trinkwasserqualität des Wasserverbandes stellen Politiker die weitere Zusammenarbeit in Frage

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Neustädter UWG-Politiker wolle sich der Trinkwasserqualität annehmen.

Quelle: privat

Neustadt. Neustadt. Ist wirklich komplett unbedenklich, was der Wasserverband Garbsen/Neustadt über seine Leitungen in die Haushalte liefert? Nach Protesten gegen unterschiedlich hohe Nitratwerte im Trinkwasser des Verbandes hinterfragen erste Neustädter Politiker die weitere Zusammenarbeit mit dem Versorger.
Die UWG-Fraktion im Rat der Stadt hat eine offizielle Anfrage an die Verwaltung gestellt. Wesentliche Inhalte: Durch welche Verträge ist die Stadt Neustadt in den Verband eingebunden und wie lange läuft die Mitgliedschaft darin? UWG-Fraktionsvorstand Willi Ostermann darüberhinaus wissen, welche Möglichkeiten der Einwirkung die Kommune auf den Verband hat, um die Qualität des Wassers zu verbessern – und dann grundsätzlich: „Gibt sich die Stadt als Vertragspartner mit der Qualität des vom Wasserverband gelieferten Trinkwassers zufrieden?“
„Es gibt sehr große Unterschiede im Nitratgehalt von Trinkwasser, das der Verband selbst vertreibt“, sagt Ostermann. Da schwankten Werte je nach Entnahmeort des Grundwassers zwischen weniger als vier und fast 40 Milligramm Nitrat pro Liter. Der offizielle Grenzwert liege bei 50 Milligramm. „Ich weiß nicht, ob und wie gefährlich ein langfristiger Genuss des höher belasteten Wassers ist“, sagt Ostermann. Doch es erscheine ihm nicht plausibel, „dass das auf lange Sicht wirklich gesund ist.“ Zumal es eben Anbieter gebe, die ohne derartige Schwankungen lieferten - beispielsweise die Harzwasserwerke, die in Neustadt die Kernstadt, Suttorf und Poggenhagen versorgen. Der Wasserverband als gemeinschaftliche Einrichtung der Städte Neustadt und Garbsen müsse sich seiner Meinung nach an diesen Qualitäten messen lassen. „Wir müssen auch klären, ob eine Kooperation mit anderen Versorgern möglich ist, um die Werte zu senken“, sagt Ostermann.
Aktuell macht eine „Bürgerinitiative für nitratfreies Trinkwasser im Nordkreis“ mit vergleichbaren Forderungen auf sich aufmerksam. Die Gruppe um ihre Sprecher Peter Fast und Franz Möbius (beide aus Mardorf) hatten das Thema gemeinsam mit 30 Unterstützern in der Vorwoche im Ortsrat Mardorf diskutieren wollen. Das Gremium vertagte die Debatte - unter anderem mit einem Verweis auf einen Informationsabend morgen, 18.30 Uhr, im Bürgersaal des Leineparks, Suttorfer Straße. Der Verband stellt dann seine Sicht der Dinge zum Thema „Wasserqualität im Neustädter Land“ vor.

Von Dirk von Werder

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