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Auf Spurensuche zwischen Zahnrädern

Neustadt Auf Spurensuche zwischen Zahnrädern

Tennislegende Boris Becker, Erfolgsjockey Andrasch Starke oder Altkanzler Gerhard Schröder – sie alle besitzen Medaillen oder Schmuckstücke, die Herbert Lienhop auch schon in der Hand hatte. Der Uhrmacher arbeitet seit 40 Jahren beim Neustädter Juwelier Bielert und ist Spezialist für Gravierkunst.

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Vor der Reparatur begibt sich Uhrmacher Herbert Lienhop auf Spurensuche.

Quelle: Benjamin Gleue

Neustadt. Die Lupe fest vor dem Auge, die Pinzette liegt ruhig in der Hand. Vorsichtig öffnet Herbert Lienhop das Gehäuse einer Taschenuhr, taucht hinein in die Welt der Zahnräder und begibt sich auf Spurensuche. "Die Uhr funktioniert nicht mehr. Die Suche nach dem Fehler ist immer das Spannenste", sagt der 62-Jährige.

Auch nach 47 Berufsjahren, als 15-Jähriger begann er seine Ausbildung in Nienburg, repariert Lienhop noch gern historische Uhren. Allerdings ist diese Tätigkeit heute kaum noch gefragt. "Der Job hat sich komplett gewandelt. Früher musste ich spezielle Ersatzteile noch selbst anfertigen, heute muss ich vor allem Batterien wechseln", sagt er.

Und auch die Kunst des handwerklichen Gravierens ist immer weniger gefragt, wie Lienhop berichtet. "Dafür gibt es jetzt Maschinen", sagt er. Dabei hat sich der 62-Jährige als Gravierkünstler einen guten Namen gemacht und in seinem Berufsleben zahlreiche hochkarätige Sporttrophäen oder Ehrenmedaillen beschriftet sowie die dafür benötigten Schablonen angefertigt.

Einige Auszüge aus seinem Schaffen: 1985 gravierte Lienhop einen Ehrenteller für Boris Becker, der soeben als jüngster Tennisspieler aller Zeiten Wimbledon gewonnen hatte. Fest zu seinem Auftragsrepertoire gehört die Gravur der Ehrenpreise für das Deutschen Galopp-Derby. Und auch als Hannover 96 im Jahr 1992 den DFB-Pokal gewann, kam dieser kurz darauf auf den Arbeitstisch von Herbert Lienhop – er gravierte den Vereinsnamen. "Das war für mich als Fan von Werder Bremen gar nicht so einfach", erzählt er und lächelt.

Nachwuchssorgen trotz guter Berufsperspektiven

Uhrmacher ist kein Beruf für Menschen mit schwachen Nerven. "Neben Talent und Feinmechanik benötigt man vor allem Geduld", sagt Herbert Lienhop.

Für angehende Uhrmacher gibt es laut Innung zwar gute Berufsperspektiven, allerdings fehlen der Branche die Nachwuchskräfte. Das Problem: In Deutschland gibt es immer weniger ausbildende Betriebe. Etwa 400 Lehrlinge zählt die Branche pro Jahr, um der Nachfrage gerecht zu werden laut Innung aber mehr als dreimal so viele Auszubildende benötigt.

Die Ausbildung zum Uhrmacher dauert drei Jahre. Informationen sind im Internet auf uhrmacher.de zu finden.

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Herbert Lienhop mit dem von ihm gravierten Ehrenteller für Tennisspieler Boris Becker, der 1985 erstmals das Turnier in Wimbledon gewonnen hat.

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Quelle: privat

Von Benjamin Gleue

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