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Kiterstreit: Landesregierung soll sich äußern

Neustadt Kiterstreit: Landesregierung soll sich äußern

Abgeordnete sowohl der FDP als auch der CDU schalten aufgrund von Vorwürfen gegen Naturpark-Ranger Hendrik Holte die Landesregierung ein.

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Ein Kite-Surfer in voller Fahrt. Sollte man ihn rammen?

Quelle: Chadde (Archiv)

Mardorf. Das schlägt reichlich Wellen: Ranger Holte soll Kite-Surfer auf dem Steinhuder Meer bewusst mit seinem Motorboot anfahren, um sie auf Fehlverhalten hinzuweisen. Die Region als sein Arbeitgeber hat sich zwischenzeitlich hinter ihren Mitarbeiter gestellt, ein "leichtes Touchieren" der Wassersportler für angemessen erklärt - was bei diesen auf absolutes Unverständnis stößt. Sprecher der Sportler wie der Notgemeinschaft Steinhuder Meer fordern strafrechtliches Vorgehen gegen den Ranger, der mit seinem Verhalten Kiter in Lebensgefahr bringe. Die seien mit 50 oder mehr Kilometern pro Stunde auf dem Meer unterwegs - eine Kollision könne für alle Beteiligten gefährliche Folgen haben.

Zunächst hatten Landtagsabgeordnete der FDP eine offizielle Anfrage an die Landesregierung gestellt: Stefan Birkner (in Neustadt-Otternhagen lebender Landesvorsitzender der Freidemokraten) und Gero Hocker (Achim) formulieren wie folgt: "Pressemeldungen zufolge hat ein Ranger auf dem Steinhuder Meer einen Kitesurfer mit seinem Boot touchiert. Der Ranger wird in dem Presseartikel mit den Worten zitiert: „Manchmal
ist es nötig, den Kite-Surfern solch einen Stups zu geben.“ Hintergrund: Die Wasserfläche des Steinhuder Meeres gehört dem Land.

Dann stellen Birkner und Hocker ihre Fragen: "Wie bewertet die Landesregierung das Vorgehen des Rangers?
Hat die Landesregierung Kenntnisse, ob ein solches ,Rempeln' üblich und abgesprochen ist und wenn ja, mit wem ist das abgesprochen?
Wird die Landesregierung bezüglich dieser Absprachen tätig? Wenn ja, in welcher Weise und wenn nein, warum nicht?
Sind der Landesregierung ähnliche Vorfälle bekannt und wenn ja, welche?
Sollte es ähnliche Vorfälle gegeben haben: Gab es Strafen für die Täter und wenn ja, welche? Auf welcher Rechtsgrundlage wendet der Ranger unmittelbaren Zwang in Form des Rempelns gegen Kite-Surfer an?

Auch die CDU-Abgeordneten Sebastian Lechner und Martin Bäumer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, sehen Klärungsbedarf. Diebeiden Politiker wollen wissen, ob die Landesregierung Kenntnis davon hat, dass bei Nichteinhaltung der Schutzzonen Wassersportler angefahren werden und auf welcher Grundlage dies geschieht. Geklärt werden soll auch, ob es sich bei dem beschriebenen Verhalten um einen gefährlichen Eingriff in den Verkehr auf dem Wasser handelt und ob der Ranger nach Auffassung der Landesregierung die persönliche Eignung zum Führen eines Motorbootes besitzt.

„Selbstverständlich müssen Wassersportler die Naturschutzzonen bei der Ausübung ihres Sports auf dem Steinhuder Meer beachten. Die meisten tun dies auch gewissenhaft“, sind sich Lechner und Bäumer einig. „Wer sich nicht an die Regeln hält, muss zur Rechenschaft gezogen werden, auch im Interesse aller Wassersportler. Dabei darf aber nicht riskiert werden, dass es zu Unfällen und Verletzungen der Kite-Surfer kommt“.

Von Dirk von Werder

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