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Wer aufpasst, schreckt Einbrecher ab

Neustadt/Garbsen Wer aufpasst, schreckt Einbrecher ab

Kaum ein Tag ohne, dass die Polizei Einbrüche in Häuser, Wohnungen oder Gewerbegebäude meldet. Muss man sich Sorgen machen?

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Melanie Suermann leitet die Sonderermittlungsgruppe Garbsen, Jürgen Winkler den Zentralen Kriminaldienst Neustadt. Unten: Beweismittel von einem Tatort.

Quelle: Werder

Neustadt/Garbsen. Nicht „Sorgen“, „Aufmerksamkeit“ sei das Gebot der Stunde, sagen Ermittler der Polizei. Zwei beschäftigen sich in führender Position mit Einbrüchen in Neustadt und der Region: Melanie Suermann leitet eine Sonderermittlungsgruppe mit sieben Kollegen bei der Polizeiinspektion in Garbsen, Jürgen Winkler ist Leiter des Kriminalermittlungsdienstes in Neustadt.

Jeder Wohnungseinbruch wird von der Garbsener Gruppe bearbeitet. Heißt: Nach Meldung kommt zunächst zur Tatortaufnahme eine Streife aus Neustadt, dann „möglichst am Tag danach“ ein Sachbearbeiter aus Garbsen, der auch im weiteren Verlauf Ansprechpartner der Opfer eines Einbruches bleibt.

Wohnungseinbrüche sind seit Jahren das Problem der dunklen Jahreszeit. Einbrecher steigen in unbeleuchtete Häuser ein, in der Erwartung, dass Bewohner abwesend sind. Standardempfehlung der Polizei: Licht anlassen, oder über Zeitschaltuhr anstellen sowie die Fenster auf alle Fälle schließen.

Das Gefühl, dass gerade Neustadt in besonders starkem Maße von Einbrechern heimgesucht wird, sagt Winkler, täusche ein wenig. Gestiegen sei nur die Zahl von Einbrüchen in Gewerbebetriebe, Tankstellen und Kioske. Das seien in Neustadt überwiegend junge Täter, keine Profis. Zehn hat die Polizei in den vergangenen drei Monaten erwischt. Und die wüssten: machen sie weiter, folgt bald der Haftbefehl. Es spreche viel dafür, dass im Stadtgebiet eine „lose Gruppe“ zusammenarbeite, die meisten auf der Suche nach Geld für Drogen oder Alkohol. „Die treffen sich, verständigen sich und gehen denn mal los auf Beutezug. Häufig sei der Schaden an Gebäuden viel höher als die Beute.

Zum Thema Aufmerksamkeit hoffen beide Beamten auf die Bevölkerung. „Wenn nachts irgendwo in der Nachbarschaft eine Fensterscheibe klirrt, ist das wahrscheinlich nicht der Normalfall“, so Stroetmann. „Wer so etwas hört, sollte sofort die Polizei rufen - auch über Notruf 110. „Unsere Leute wollen Einbrecher überführen; werden sofort losfahren“, sagt Winkler. Es sei immer besser, einmal zu oft die Polizei zu rufen als einmal zu selten.

Von Dirk von Werder

Kasten 1:

Täter

Oft fehlt der Blick fürs Risiko

Viele Einbrecher sind jung – 15 bis 25 Jahre alt. „Manchem muss man klar machen, welch Risiko er eingeht“, sagt Jürgen Winkler. Wie einem 17-Jährigen neulich. „Der hat eine Lehrstelle, ich habe ihn gefragt, ob er die riskieren will.“ Will er nicht. „Vielleicht hat er jetzt gelernt“. Ein anderer lernt seit zwei Jahren in einer Jugendstrafanstalt. Der junge Mann hat eine Serie von über 20 Brüchen im Süden der Kernstadt und dem nahen Poggenhagen hingelegt, sitzt die Strafe ab, hat dabei eine Ausbildung begonnen. Man könne nur hoffen, sagt Winkler, dass er nach seiner Entlassung neu durchstartet und „nicht an alte Freunde gerät“. Denn selbstverständlich sei die Resozialsierung von jungen Tätern ein ganz wichtiges Gebot des Strafvollzuges. Jeder geläuterte Täter sei auch ein Gewinn an Sicherheit.

Von Dirk von Werder

Kasten 2:

Vorbeugung

Bund hilft in Sachen Sicherheit

Der beste Schutz gegen Einbrecher sind sichere Fenster und Türen. Bei der Polizei Hannover gibt es eine Zentralstelle Technische Prävention, die unter Telefon (05?11) 1?09?11?10 erreichbar ist. Polizeibeamte bieten dort unabhängige Beratung, haben Listen mit bewährten Anbietern und Handwerkern, die Haus oder Wohnung sinnvoll aufrüsten. Möglich ist viel, dieses ist aber häufig auch nicht preiswert. Wer richtig investieren will, dem kann aber trotzdem geholfen werden. Der Bund hat ein Programm aufgelegt, das Investitionen zwischen 2000 und 15?000 Euro mit zehn Prozent bezuschusst.

Von Dirk von Werder

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