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Wie böse war der böse Wolf?

Rodewald Wie böse war der böse Wolf?

Man nannte ihn den "Würger vom Rodewald": 1948 soll ein einsamer Wolfsrüde in nur 101 Tagen Hunderte Nutztiere getötet haben. Eine Ausstellung geht nun der Frage nach, wie gefährlich das Tier wirklich war.

Rodewald. Der böse Wolf ist wieder da - oder auch der „Würger vom Lichtenmoor“ genannt. Vor fast 70 Jahren wurde das Tier von Jägerhand gestreckt, weil er furchtbar unter den Nutztieren in Rodewald und Umgebung gewütet haben soll. Sein präpariertes Haupt kehrt nun ins Heimatmuseum Rodewald zurück. Im Juni wird dort um ihn herum eine Ausstellung eröffnet, die anders als bisherige der Frage nachgeht: Wie böse war eigentlich dieser böse Wolf?

„Die historische Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Wolf soll unser Thema sein“, sagt Marita Behncke vom Vorstand des Museumsvereins. Die kommende Ausstellung sei daher nicht vergleichbar mit der ersten aus 2006. Damals sei das Haupt des Tieres erstmals nach Jahrzehnten in Rodewald zu sehen gewesen und habe die Ausstellung beherrscht.

Jetzt aber, da Wölfe in Niedersachsen wieder heimisch würden, gebe es den aktuellen Bezug zur Gegenwart. Das Miteinander von Mensch und Raubtier werde viel diskutiert. Die Ausstellung solle dem gerecht werden.

Der Verband Mittel-Weser-Touristik hat eine Fahrradroute zum Thema Wölfe einst und jetzt erarbeitet. Die führt über Rodewald nach Dörverden und zum dortigen Wolfscenter - vorbei am Gedenkstein im Lichtenmoor, der an der Stelle steht, an der Jäger Herrmann Gaatz den Wolf im August 1948 erlegte.

„Die Jagd auf den Wolfsrüden wird einen bedeutenden Raum in der Ausstellung einnehmen“, kündigt Behnke an, doch sie werde mit Fakten belegt. So sei das präparierte Haupt des „Würgers“ kein reines Original. Der Präparator habe seinerzeit die mächtigen Fangzäne des Tieres mittels Gipseintrag noch stärker ausgeprägt. Auch die Zunge erhielt demnach eine Zusatzgabe roter Farbe, um den Wolf noch gefährlicher aussehen zu lassen.

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