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Landtag: Osigus fordert Erkan heraus

Neustadt Landtag: Osigus fordert Erkan heraus

SPD-Ortsvereinschef Mustafa Erkan hat Konkurrenz aus dem eigenen Lager: Politikneuling Wiebke Osigus macht ihm die nächste Kandidatur für den Niedersächischen Landtag streitig.

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Gemeinsamer Termin im Frühjahr: Wiebke Osigus (links) als Ortsbürgermeisterkandidatin mit Mustafa Erkan (rechts).

Quelle: privat

Neustadt/Niedernstöcken. Mit Datum von Mittwoch hat Osigus den SPD-Ortsverein über ihre Kandidatur in Kenntnis gesetzt. Die in Niedernstöcken lebende Rechtsanwältin und dreifache Mutter war erst vor Jahresfrist in die SPD eingetreten; bei der Kommunalwahl im September bewarb sie sich um den Posten der Ortsbürgermeisterin in Mandelsloh. Die SPD wurde unter ihrer Führung erneut stärkste politische Kraft im Ortsrat, zum Ortsbürgermeister wählten CDU und UWG dann jedoch den UWG-Politiker Günter Hahn.

Sie sei "von mehreren Parteifreunden auf eine Landtagskandidatur angesprochen worden", sagt Osigus, habe "intensiv überlegt, was ich einbringen kann" und sei zu dem Schluss gekommen, dass das einen Versuch wert sei. "Ich vereine fachliches Wissen, gesellschaftliche Erfahrung und ein wertschätzendes persönliches Miteinander in meiner Person", schreibt sie in ihrer Bewerbung. Sie sei als Ehefrau und Mutter beruflich aktiv, engagiere sich im Kirchenvorstand wie im Kindergartenbeirat. Zu Erkan habe sie "persönlich ein anständiges Verhältnis", daher sei ihre Bewerbung auch keine Kampfkandidatur, sondern ein legitimer Wettstreit "verschiedener Kompetenzen".

Gleichwohl ist die Kandidatur von Osigus Beleg für Spannungen in der Neustädter SPD, für die viele Erkan verantwortlich machen. Bei der Kandidatenkür für Rat und Ortsräte im Vorfeld der Kommunalwahl fühlten sich Vertreter ländlicher Stadtteile schlecht behandelt. Erkan, so die Meinung gleich erfahrener Genossen, schare ohne Rücksicht auf Verluste ihm wohl gesonnene Mitglieder um sich. Der überraschende Wechsel an der Spitze der SPD-Ratsfraktion (Andreas Schaumann statt Christina Schlicker) nach der Wahl galt als weiterer Beleg für eigenmächtige Entscheidungen des Ortsvereinschefs. Spätestens seitdem gärt es massiv in den Abteilungen. Mindestens fünf der elf Untergliederungen im Ortsverein stehen dem Vorsitzenden in Neustadt mittlerweile sehr kritisch gegenüber.

Erkan selbst, 2012 über die Landesliste in den Landtag gewählt, war gestern in die politische Arbeit im Gremium eingebunden, gab zwischendurch eine kurze Stellungnahme ab: "Die Wahl zu haben, ist immer gut, das stärkt unsere Demokratie." Als Mitbewerber sehe er das sportlich und "ich freue mich auf einen fairen Wettstreit". Die Mitglieder der SPD Neustadt würden "in aller Ruhe und in einem geordneten Verfahren entscheiden, wer für sie in den Ring steigt."

Eine Entscheidung über die Kandidatur fällt erst im Frühjahr. Mit im Boot sind die Genossen aus Wunstorf. Bisher gebe es keinen Kandidaten aus Wunstorf, sagt der dortige Ortsvereinschef Bernd Maschke. Das könne sich aber noch ändern. "In der Partei ist Erkan nicht unumstritten." Der Unterbezirk habe zwar gebeten, dass sich alle Bewerber bis Ende November gemeldet haben sollten, "doch möglich sind weitere Kandidaturen in den nächsten Monaten immer noch".

Der nächste Landtag wird im Januar 2018 gewählt. Der oder die Direktkandidat/in der SPD wird aller Voraussicht nach gegen den CDU-Landtagsabgeordneten Sebastian Lechner sowie Bewerber anderer Parteien wie FDP-Mann Thomas Iseke antreten müssen.

Von Dirk von Werder

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