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Unerfreuliche Begegnung im Eichenbrink

Neustadt Unerfreuliche Begegnung im Eichenbrink

Von einem Autoaufbruch in Schneeren berichtete die Polizei am Wochenende prosaisch. Dass dahinter eine höchst unerfreuliche Begegnung im eigenen Dorf und eine Menge Scherereien für die Geschädigten steckt, schildern die Schneerener Thomas Rätzke und Tobias Mundt.

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Im aufgebrochenen BMW i 3 sieht es wüst aus.

Quelle: privat

Schneeren. Es war ein langer, gemütlicher Abend im Eichenbrink gewesen. Die beiden Männer hatten mit Nachbarn Boule gespielt, Käse und Wein genossen und saßen bis weit in die laue Nacht zusammen. "Wir sprachen noch davon, wie schön es ist, nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause ins friedliche Dorf zu kommen", sagt Mundt.

Doch friedlich sollte der Abend nicht bleiben. Plötzlich seien drei abgerissene und offenbar berauschte Gestalten auf der Bildfläche erschienen, hätten herumgepöbelt. Es gab ein Wortgefecht, in dessen Verlauf einer der drei einen Schlagstock aus Stahl gezückt habe, schildert Mundt. Den beiden sei es gelungen, die Situation wieder zu entschärfen, sie gingen mit mulmigem Gefühl nach Hause. Zu Recht, wie sich am nächsten Morgen herausstellte. Eine Nachbarin alarmierte Rätzke, sein Auto sei aufgebrochen worden. "Es war total zerstört, der Inhalt über den gesamten Brink verteilt", schildert Rätzke. Der Aufbrecher habe offenbar mit einem Schlagstock das gesamte Armaturenbrett zerschlagen und alles durcheinander geworfen. Weil er sich verletzt hatte, verteilte er zu allem Überfluss noch Blutspuren im Auto. 

Neben einigen persönlichen Gegenständen vermisste Rätzke sein Portemonee. Inzwischen habe die Bank gemeldet, dass mit einer der Kreditkarten in Hannover Schmuck gekauft worden sei, eine zweite war bereits gesperrt, als jemand versuchte, einen teuren Fernseher damit zu bezahlen. Anhand der Blutspuren hat die Polizei einen 49-jährigen Wohnungslosen als Verdächtigen identifiziert - aufgegriffen hat sie ihn bislang aber noch nicht. Die Ermittlungen liefen, sagt Jürgen Winkler, Chef des Kriminalermittlungsdienstes. Am Dienstag habe ein Hausmeister an der langen Laube in Hannover einiges von dem Diebesgut in einem Mülleimer gefunden.

Rätzke und Mundt fühlen sich verunsichert, sehen eine Verbindung zu den Heimbetrieben, einer Therapieeinrichtung für Menschen mit seelischen Behinderungen und Suchterkrankungen am Rande Schneerens. Dort hatte der Verdächtige vor Jahren gewohnt, nun offenbar einen Besuch gemacht. "Wir wollen nun im Ortsrat fragen, wer eigentlich in diesem Heim wohnt und ob wir uns um den Frieden im Dorf sorgen müssen", sagt Mundt. Heimleiter Christian Groteloh sieht dazu keine Veranlassung. Abgesehen von dem Besuch habe der Mann keine Verbindungen mehr zu der sozialpsychiatrischen Einrichtung. "Wir beherbergen hier keine Schwerkriminellen", sagt Groteloh. Man pflege einen offenen Umgang mit den Schneerenern, nehme auch am Dorfleben teil, etwa bei Aufräumaktionen und ähnlichem. Groteloh will bei nächster Gelegenheit den Ortsrat einladen, die Einrichtung zu besuchen.

Von Kathrin Götze

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