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Der Schrecken ist zurück

Neustadt Der Schrecken ist zurück

Letzte Woche an der Wunstorfer Straße, Sonntagabend in Suttorf: Innerhalb weniger Tage ist der Schrecken zurück, den Brandstifter vor zwei und drei Jahren in Neustadt verbreitet haben.

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Brandstiftungen halten die Neustädter Feuerwehr in Atem.

Quelle: Thomas Lunitz

Neustadt/Suttorf. Das hätte ganz böse ausgehen können: Am Sonntag gegen 21.40 Uhr hat ein unbekannter Täter in der Garage eines Hauses an der Straße Im Eschfeld einen Volvo in Brand gesteckt. Nur weil es dabei zu einem lauten Knall kam, konnte sich die Familie rechtzeitig in Sicherheit bringen und die Feuerwehr alarmieren. Die Brandbekämpfer verhinderten Schlimmeres. „Wären wir eine Minute später gekommen, wäre das Haus vermutlich kaum noch zu retten gewesen“, sagt Ortsbrandmeister Heiko Degering. Die Polizei schätzt den Schaden auf 50 000 Euro und sucht Zeugen, Telefon (05 11) 1 09 55 55.

Die verrauchte Fassade an dem Mehrfamilienhaus Im Eschfeld ist neuester Beleg für das Treiben von Brandstiftern in Neustadt. Die Feuerwehr kam gerade noch rechtzeitig, konnte Schlimmeres verhindern. „Man fragt sich immer: wer hat etwas davon, ein Feuer zu legen, Menschen zu gefährden?“ Neustadts Polizeichef Gerd Klingenberg stellt die Frage. Eine Antwort hat er nicht. Bei ihm, wie bei Feuerwehrleuten und vielen, vielen Neustädtern schrillen die Alarmglocken.

Denn erst am Donnerstag hatte zwischen Wunstorfer Straße und Bahngleisen ein Gartenschuppen in Flammen gestanden. Schnell war klar: auch das war Brandstiftung. Wie im Februar in unmittelbarer Nähe. Wie im Spätherbst 2012 gleich mehrfach – mit Schwerpunkt eben auch an der Wunstorfer Straße. Dort hatten Carports mit darunter stehenden Fahrzeugen gebrannt. Schaden: mehrere hunderttausend Euro. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, im Hauptverfahren Monate später aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Im Eschfeld in Suttorf, an der Straße, an der es Sonntagabend wieder brannte, hatte es im Jahr 2014 eine bisher für Neustadt einmalige Serie von Brandstiftungen gegeben: mindestens zehn mal stand ein und das selbe, verfallende Gebäude in Flammen. Zehnmal rückte die Feuerwehr aus, forderte ein Eingreifen der Bauaufsicht, da das Gebäude einsturzgefährdet sei. Die Stadt teilte diese Einschätzung nicht. 2015 war es ruhig - keine Brandstiftung. Jetzt wieder, nur einen Steinwurf entfernt. Alexander Dannenberg, der mit seinen Eltern und Geschwistern in dem am Sonntag betroffenen Haus zur Miete wohnt, ist geschockt. „Jetzt hat der Brandstifter ein neues Niveau erreicht. Hier hätten Menschen sterben können.“
Die Ermittlungen sowohl für Suttorf als auch für Neustadt laufen beim Kriminaldauerdienst in Hannover zusammen. Tendenz dort: Zwei Serien, (mindestens) zwei Brandstifter. Zusammenhänge zwischen beiden Serien seien bisher nicht erkennbar.

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Tatort Suttorf: In der Garage dieses Hauses an der Straße Im Eschfeld ist am Sonntagabend ein Auto vorsätzlich in Brand gesteckt worden.

Quelle: Benjamin Gleue

Von Benjamin Gleue und Dirk von Werder

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