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Zweigleisig ist die Zukunft

Neustadt Zweigleisig ist die Zukunft

Fachschule oder betriebliche Ausbildung? In Neustadt lässt sich beides verknüpfen, wie die Schüler auf der Handwerksmesse am Berufsbildungszentrum (BBZ) erfahren.

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Küchenmeisterin Daniela Pohle (links) wirbt bei Leine-Schülern fürs Bäckerhandwerk.

Quelle: Kathrin Götze

Neustadt. Vom einfachen Hefezopf bis zum duftenden Abbild der Steinhuder Windmühle sind für einen Bäcker schon etliche Lehrjahre nötig – eine Ahnung von den kreativen Möglichkeiten im Lebensmittelhandwerk mögen die Leine-Schüler vom Besuch der Handwerksmesse am Berufsbildungszentrum (BBZ) mitgenommen haben. Rund 500 Jugendliche der Klassen acht, neun und zehn von Haupt-, Real-und Förderschulen aus Neustadt, Wunstorf, Garbsen, Seelze und Langenhagen durchlaufen seit gestern die Werkstätten des Zentrums. Zusätzlich zu Lehrlingen und Schülern sind auch Vertreter der Handwerksinnungen dabei, um über Voraussetzungen, Ausbildungszeit und Verdienstmöglichkeiten zu informieren. Viele Betriebe haben Nachwuchssorgen. „Wir sind froh, dass wir hier so eine gute Berufsschule haben“, sagt Klaus Michalke von der Kreishandwerkerschaft.Viele angehende Tischler beispielsweise absolvieren das erste Lehrjahr am Berufsbildungszentrum. „Darüber sind wir froh“, sagt der Garbsener Tischlermeister Rainer Finke.

Zweigleisig ist die Zukunft

Viele kleinere Betriebe hätten im Arbeitsalltag nicht die Möglichkeit, den Auszubildenden die traditionellen Grundtechniken des Handwerks beizubringen, wie Verbindungen aus Schlitz und Zapfen oder Schwalbenschwänze. Dies lasse sich in der Schule viel besser üben, bestätigt auch der Auszubildende Rafael Diaz. Nachdem er die Grundfertigkeiten erworben hat, hofft er auf eine Lehrstelle in seinem Heimatort Osterwald.

Bis dahin haben er und seine Mitschüler auch die hochtechnisierte Seite des Handwerks gelernt: Denn nicht nur die Metallbauer lernen im BBZ, die computergesteuerte CNC-Fräse zu programmieren. Auch für den Holzbereich steht die neue Technik jetzt auf dem Lehrplan. „Wir wollen auch Innovationszentrum sein“, sagt Schulleiter Bernhard Marsch. So stehen 3-D-Drucker und 3-D-Scanner nicht nur für die Metalltechnik zur Verfügung, sondern bald auch für den Bereich Farbtechnik.

„Die Jugendlichen heute lassen sich nicht mehr mit Schlüsselbrettern begeistern“, sagt Marsch. Er wünsche sich, die Tischler künftig auch wieder durch die Ausbildung zu begleiten - seit dem Umbau 2004 besuchen sie die Berufsschule in Springe. „Gut ist aber, dass wir hier die Prüfungen abnehmen können“, findet Klaus Michalke, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Flüchtlinge: Sprache, Kultur und Arbeitswelt werden gelehrt

Mit der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge hat das BBZ eine neue Aufgabe übernommen, zunächst sind 34 junge Leute aus Unterkünften in Neustadt und den Nachbarstädten dabei. Bereits jetzt seien zwei Sprachlernklassen mit je 14 Schülern besetzt. „Ab dem 1. Februar kommt unser Sprint-Projekt mit zwei Klassen zu je 17 Schülern hinzu“, sagt Schulleiter Bernhard Marsch. Die Neuankömmlinge lernen dort in drei Modulen zunächst die Sprache, dann beschäftigen sie sich mit Kultur und Lebenswelt, schließlich mit der Arbeitswelt im Lande. „Für den Praxisanteil haben wir eine Kooperation mit Volkswagen“, sagt Marsch.

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