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"Wir wurden alle hinters Licht geführt"

Neustadt "Wir wurden alle hinters Licht geführt"

Protest gegen LKW-Umleitung formiert sich - Anwohner der Dörfer planen Bürgerinitiative

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Der Protest ggen die Umleitung durch Neustadts Dörfer formiert sich

Quelle: Leonie Frank

Basse. Eigentlich wollte Otternhagens Ortsbürgermeister Wilfried Schneider am Dienstag Abend lediglich über neue Informationen betreffs der Umleitung von Lastwagen durch Basse sprechen. Doch immer mehr artikulierte sich Protest heraus. Jetzt soll eine Bürgerinitiative gegründet werden. „Wir wurden allesamt hinter Licht geführt“, fasste Schneiders Amtskollege aus Mariensee, Heinrich Zieseniß, die Stimmung zusammen, „so eine Baustelle und die Umleitung muss man planen, die entsteht nicht von heute auf morgen.“ Von den etwa hundert Gästen bekommt er für diese Aussage tobenden Applaus. Die Ortsbürgermeister seien von der Umleitung – sie wurde zwei Tage vor Ostern verkündet und umgehend eingerichtet - ebenso überrascht, wie die Bürger der betroffenen Ortsteile. „Wir haben erst aus der Zeitung davon erfahren“, sagt Schneider. Die wichtigste Forderung seien Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 Kilometer pro Stunde in den Orten. Suttorfs Ortsbürgermeister Jochen Marten begründet diesen Ansatz: „Wir müssen versuchen, den LKW die Durchfahrt so unattraktiv wie möglich zu machen, damit sie sich einen anderen Weg suchen“. Im Basser Gemeindehaus jedenfalls liegen schon an dem Abend Unterschriftenlisten aus, die von allen Anwesenden unterzeichnet werden. Viele Bürger berichten von ersten Erfahrungen mit der Umleitung, etwa dass sie weniger schlafen, der Straßenverkehr unsicherer ist und dass die Halteverbotsschilder das Dorfleben stark einschränken würden. „Denkt doch mal an eure Kinder, wenn das wirklich fünf Jahre so geht, dann wird die Jugend noch eher wegziehen, weil es hier nicht mehr lebenswert ist“, sagt eine Frau. Die Bürger sind sauer und wollen sich wehren: „Wir kleben uns alle Tempo 30 Aufkleber auf die Autos und fahren mit genau diesem Tempo vor den LKW umher“ sagt ein Besucher. Im Gespräch sind auch Demonstrationen, eine Dienstaufsichtsbeschwerde, um die Planung der Umleitung zu prüfen und der Widerspruch bei der Landesbehörde für Straßenbau, den jeder Bürger mit einer kurzen Begründung dort einlegen kann, wie einer der Teilnehmer sagt.

Ein Anfang ist gemacht, der Protest gegen die Umleitungsstrecke für Lastwagen durch Empede, Basse und Suttorf formiert sich. Um das weitere Vorgehen besser planen zu können, folgt eine Bürgerversammlung am Montag, 22. Mai, 18.30 Uhr, in der Basser Kirche. „Wir brauchen Öffentlichkeit, einen Plan und Kontinuität, um zu zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen“, sagt Ortsbürgermeister Wilfried Schneider. Dafür soll bei der nächsten Sitzung eine Bürgerinitiative gegründet werden, die die betroffenen Ortsteile verbindet: Nur alle gemeinsam könnten etwas bewirken, sagt Schneider.lf

Von Leonie Frank

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