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Pferdezucht: Ein Hobby, das sich lohnen kann

Neustadt Pferdezucht: Ein Hobby, das sich lohnen kann

Teure Freizeitbeschäftigung oder rentabler Nebenerwerb –die Pferdezucht hat sich auf den Höfen  vom Hauptberuf zum Hobby entwickelt. Der Suttorfer Henrik Plass ist trotzdem überzeugt: der Zuchtbetrieb kann  sich lohnen.

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Quelle: Leonie Frank

Suttorf. Mit Gummistiefeln und Winterjacke schlüpft Henrik Plass durch einen kleinen Spalt im Zaun auf die Pferdekoppel. Gut zehn Pferde kommen im Trab auf ihn zu – er bleibt gelassen, hebt die rechte Hand und sagt ruhig „Halt“, die Vierbeiner gehorchen. Alltag für den Pferdezüchter, der den Suttorfer Familienbetrieb in fünfter Generation weiterführt – als Hobby.  „Die meisten Pferdehalter führen den Zuchtbetrieb mittlerweile neben ihrem Hauptberuf“, sagt Plass. Das sei zwar viel Arbeit, aber wem an Zucht und Tieren etwas liege, der verbringe auch gerne Zeit damit. 

„Auf mehrere Jahre gerechnet kann man mit der Zucht auch ein Plus machen“, sagt Plass. Aber Geld sei nicht der Grund, wieso er an Feiertagen und Wochenenden vom Außendienst in den Pferdestall wechsele, er habe einfach Spaß an der Arbeit mit den Tieren. „Natürlich freue ich mich auch immer, wenn aus den Fohlen mal ein tolles Pferd wird.“ Erst kürzlich konnte Plass einen Erfolg verbuchen: Bei einer Eliteauktion des Hannoveraner-Pferdeverbandes kam ein Springpferd aus seiner Zucht als zweitteurerstes Pferd für 75.000 Euro unter den Hammer. 

Plass ist wie die meisten seiner Kollegen mit dem Geschäft aufgewachsen, hat von Klein auf mit Pferden zusammen gelebt, sich um die gekümmert und gelernt, um was es beim Züchten geht: „Das wichtigste ist ein guter Stutenstamm, der Stammbaum des Muttertiers.“ Daraus könne man dann mit unterschiedlichen Hengsten die Zuchtrichtung bestimmen. Ob am Ende nun ein Dressur-, Spring-, oder Freizeitreitpferd rauskomme, hänge außerdem noch vom Käufer ab. „Wir behalten die Fohlen bis zu einem halben Jahr bei uns, für die anschließende Aufzucht und das Training sind dann andere zuständig“, sagt Plass. Die Zucht bestimmte eben nur die genetische Veranlagung. 

Quelle: Leonie Frank

Der Pferdewirt kümmert sich alleine um seine drei Hannoveraner-Zuchtstuten, die jeweils einmal im Jahr ein Fohlen bekommen. Insgesamt wird eine Stute im Schnitt 20 mal trächtig. Sobald ein Neugeborenes durch den Stall oder den Auslauf tobt,  bietet er es über ein Portal des Hannoveraner-Pferdezuchtverbandes zum Verkauf an – es erreichen ihn stets Angebote aus der ganzen Welt.  „Pferde aus unserer Region sind überall sehr gefragt, haben schon geschichtsträchtige Weltmeistertitel geholt.“ Vor allem Pferde aus dem Neustädter Gebiet erfreuten sich großer Beliebtheit, viele Züchter würden ihren Betrieb fortführen – „Dank der Deckstation in Mandelsloh, die es leider nichtmehr gibt.“ Auch wenn seine Zöglinge auf der ganzen Welt ein Zuhause finden, erkundigt er sich regelmäßig über ihr Wohlergehen – man habe sie ja immerhin aufgezogen und so besteht die Chance auf einen weiteren Kauf.

Info: Der Hannoveraner Pferdezuchtverband ist Dreh- und Angepunkt der Züchter aus Niedersachsen.Unter anderem organisiert der Zusammenschluss aus Züchtern Auktionen, vermittelt Deckhengste an Stutenhalter und registriert die neugeborenen Fohlen. Derzeit sind etwa 16.000 Zuchtstuten und 400 Hengste eingetragen, jährlich werden etwa 10.000 Fohlen zum Verkauf angeboten – damit nimmt die Hannoveraner-Zucht Einfluss auf viele andere Zuchtbetriebe weltweit. Einen vergleichbaren Verband gibt es für jede Zuchtrasse. 

Von Leonie Frank

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