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113 weitere Flüchtlinge in Pattensen erwartet

Pattensen 113 weitere Flüchtlinge in Pattensen erwartet

Bis Ende Januar soll die Zahl der Flüchtlinge in Pattensen auf 250 steigen. Zur kurzfristigen Unterbringung kündigt Bürgermeisterin Ramona Schumann die Nutzung bereits bestehender städtischer Immobilien an.

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Schumann lädt zur Krisensitzung ins Rathaus.

Quelle: Symbolbild/Archiv

Pattensen. Wenn die Bürgermeisterin das Wort Krisensitzung benutzt, klingt es schon eher normal als dramatisch. Eben so, als wären Krisensitzungen wegen der steigenden Flüchtlingszahlen kein Einzelfall mehr. Am Dienstag gab es im Pattenser Rathaus wieder eine. Stadtsprecherin Andrea Steding sagte: „Zu diesem Thema gibt es zurzeit täglich Neuigkeiten.“ Nach aktuellen Zahlen wohnen zurzeit 140 Flüchtlinge in Pattensen. Bis Ende Januar sollen 113 weitere hinzukommen. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass dies bereits die endgültigen Zahlen sind“, sagte Schumann.

Im nächsten Jahr sollen zwei Sammelunterkünfte geschaffen werden, in denen ein längerfristiges Wohnen möglich ist. Eine davon wird vermutlich an der Talstraße sein, den anderen Standort nennt Schumann noch nicht. „Wir stehen an beiden Standorten noch in Verhandlungen mit Investoren, die noch nicht abgeschlossen sind“, sagte sie. Die Alternative wäre, die beiden Unterkünfte in Eigenleistung zu erschließen. Fachbereichsleiter Jörg Laszinski sagte, dass die Unterkünfte für längerfristiges Wohnen ausgelegt werden. „Sie werden barrierefrei sein. So können später möglicherweise Senioren einziehen.“

Kurzfristig kündigt Schumann an, dass die Flüchtlinge bis zum Frühjahr 2016 in bereits bestehenden städtischen Immobilien untergebracht werden. Welcher Art diese sein werden, etwa Turnhallen, nannte sie noch nicht. „Wir wollen zunächst mit den betroffenen Nutzern sprechen“, sagte sie. Eine Unterbringung in Zelten lehnt sie ab.

Schumann sieht den Zuzug von Flüchtlingen als Bereicherung. „Wir setzen auf die Begegnung mit unseren Bürgern.“ Das könne Ängste und Vorurteile abbauen. Gerade in einer Kleinstadt sei es leicht, den Dialog zu suchen. Erst vor zwei Tagen hat die Stadt einen weiteren Mitarbeiter für den Allgemeinen Sozialen Dienst eingestellt. Von den 2,5 Stellen dort sind mittlerweile 1,5 ausschließlich mit der Betreuung von Flüchtlingen beschäftigt.

Die Bürgermeisterin betont auch die große Hilfe von Ehrenamtlichen im Netzwerk für Flüchtlinge oder auch bei der Tafel und der Kleiderkammer. Weitere Helfer werden jedoch benötigt. Wer sich engagieren möchte, kann sich im Rathaus unter der Telefonnummer (0 51 01) 1 00 10 melden.

Von Tobias Lehmann

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