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Mann will aus Freundschaft gedealt haben

Pattensen / Springe Mann will aus Freundschaft gedealt haben

Weil ein 25-Jähriger und seine 37-jährige Bekannte aus Pattensen gemeinsam mit Marihuana gehandelt haben, mussten sich die beiden jetzt vor dem Springer Amtsgericht verantworten. Die Strafrichterin verurteilte die Frau zu einer eineinhalbjährigen Freiheitsstrafen auf Bewährung.

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Das Amtsgericht Springe.

Quelle: Andreas Zimmer

Pattensen / Springe. Für den jungen Mann fiel die Bewährungsstrafen mit einem Jahr und drei Monaten etwas geringer aus. Beide müssen zudem eine Geldstrafe von je 2000 Euro zahlen.

Akribisch hatte der junge Mann in seinem Notizbuch aufgezeichnet, wem er und seine Bekannte das Gras verkauft hatten, das sie zuvor beschafft hatte. Ein Dutzend Mal haben die beiden einen Teil des Stoffs an andere Kunden weiterverkauft. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Polizeibeamten nicht nur die Aufzeichnungen, sondern auch eine Tüten mit Gras sowie kleine Mengen von Amphitaminen.

Einen Teil des Marihuanas habe seine Bekannte stets behalten, um ihn selbst zu rauchen, berichtete der 25-Jährige, er selbst habe nur hin und wieder an einem ihrer Joints gezogen. Genuss sei das nicht gewesen: „Ich musste immer husten“, erklärte er. Gekauft wurde das Marihuana von dem Geld des jungen Mannes. „Ich habe immer weiter aufgestockt, wir haben immer weniger herausbekommen“, berichtete er. Es sei ein Zuschussgeschäft für ihn gewesen.

Warum der junge Mann sich dennoch immer wieder darauf eingelassen hat, versuchte sein Anwalt deutlich zu machen. Sein Mandant habe eine Kindheit und Jugend unter einem sehr strengen Vater durchlebt. Nie habe er seine Geburtstage feiern dürfen – im Gegensatz zu seinen jüngeren Geschwistern. So etwas habe er in seinen Berufsjahren noch nie erlebt, erzählte der Rechtsanwalt, der sichtlich um Fassung ringen musste. „Mein Vater war enttäuscht, dass ich nicht zum Gymnasium gegangen bin“, ergänzte der Angeklagte. Deshalb habe er ihm verboten, an Klassenfahrten teilzunehmen. Auch Taschengeld erhielt er nie.

Sein Mandant habe nie „Kontakte nach außen“ pflegen dürfen, so der Verteidiger. Als er dann die 37-Jährige kennenlernte, sei er für eine angebotene soziale Beziehung sehr empfänglich gewesen. Die Beiden verbrachten viel Freizeit zusammen. „Ich habe ihn dann auf die Idee mit dem Dealen gebracht“, räumte die Frau unumwunden ein. Und ergänzte: „Eigentlich schäme ich mich dafür, was ich gemacht habe.“

Die Taten liegen schon eine Weile zurück – begangen wurden sie im Jahr 2014. Im Dezember 2014 durchsuchte die Polizei die Wohnung des 25-Jährigen. Wenig später die Wohnung der Frau. Seitdem halten sich beide von Drogengeschäften fern und konsumieren auch nicht mehr. Sie habe ein komplett anderes Leben begonnen, berichtete die Frau. Zu dem jungen Mann habe sie keinen Kontakt mehr. „Die Freundschaft ist daran zerbrochen“, sagte sie.

Dass die Verhandlung erst jetzt stattfand, sei der langen Dauer für ein Gutachten zur Bestimmung des Wirkstoffgehaltes des Marihuanas geschuldet, erklärte die Strafrichterin. Auch dass die beiden Angeklagten lange auf das Verfahren warten musste, wirkte für sie strafmildernd.

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Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

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