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19-Jähriger geht auf Polizisten los

Pattensen / Springe 19-Jähriger geht auf Polizisten los

Eine Schlägerei mit Polizeieinsatz vor einem Club am hannoverschen Raschplatz im März 2015 hatte jetzt für einen 19-jährigen Pattenser ein Nachspiel am Springer Amtsgericht.

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Das Amtsgericht Springe. (Symbolbild)

Quelle: Andreas Zimmer

Pattensen / Springe. Weil der junge Mann einen Freund aus polizeilichem Gewahrsam befreien wollte, musste er sich wegen versuchter Gefangenenbefreiung, versuchter Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Jugendrichter Christian Lubrich verurteilte ihn dazu, Geschenke im Wert von 150 Euro für gemeinnützige Einrichtungen in Pattensen zu kaufen.

„Ich bin sauer geworden, der Fehler liegt bei mir “, bekannte sich der junge Mann zu den meisten der vorgeworfenen Taten. In seinen Augen hatten die Beamten seinen Freund aber zu Unrecht mit aufs Revier nehmen wollen. Zunächst habe der junge Mann versucht, einen Polizeibeamten von seinem Kumpel fortzuziehen, berichtete ein Polizist in seiner Zeugenaussage. Daraufhin erteilten die Beamten ihm ein Platzverbot.

Der 19-Jährige entfernte sich aber nur wenige Meter. Dann habe er Anlauf genommen und sei mit erhobener Faust auf ihn selbst zugelaufen. „Diesen Schlag hätte ich abbekommen“, war sich der Beamte sicher. Aus Notwehr ohrfeigte er den Angeklagten deshalb, der daraufhin von ihm abließ. Als die Polizei den 19-Jährigen schließlich in Gewahrsam nehmen wollte, wehrte der sich und landete im Gerangel mit einem weiteren Beamten auf dem Boden.

In Handschellen wurde er schließlich ins Präsidium gebracht. Da sei der bis dahin sehr aggressiv wirkende 19-Jährige plötzlich friedlich und freundlich gewesen und habe sich für sein Verhalten entschuldigt.

„Nüchtern wäre all das nicht passiert“, war sich der Verteidiger des 19-Jährigen sicher, der für seinen Mandanten eine Erklärung abgab. Danach hatte der junge Pattenser, der seit kurzem in Hannover lebt, in der Nacht dieser Vorfälle reichlich Alkohol genossen. Eine Blutuntersuchung ergab einen Wert von 1,8 Promille.

Erst vor zwei Wochen ist der junge Mann in einem anderen Verfahren wegen Körperverletzung zu einem dreimonatigen erzieherischen Kurs verurteilt worden. Mit Blick darauf verzichtete Richter Lubrich auf einen weiteren Kurs und verhängte stattdessen die Geschenkauflage. Die Staatsanwältin hatte indessen 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit für den jungen Mann gefordert, der auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz noch nicht fündig geworden ist.

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Von Redakteur Annegret Brinkmann-Thies

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