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BUND moniert umgepflügte Wegeseitenränder

Pattensen BUND moniert umgepflügte Wegeseitenränder

Grünstreifen zwischen Äckern und Wegen können bedeutende Lebensräume für Tiere und Pflanzen sein. Offenbar beachten dies längst nicht alle Landwirte und pflügen stattdessen Teile der Wegeseitenränder um – auch in Pattensen. Das haben Naturschützer des BUND herausgefunden.

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Umgepflügte Wegränder: Wie Projektmitarbeiter der BUND Kreisgruppe Region Hannover nach der Auswertung von Satellitenbildern herausfanden und mit verschiedenfarbigen Zollstöcken und in den Boden gesteckten Holzmarkierungen deutlich machten, sind an dieser Stelle in der Gemarkung Pattensen zwei Meter nicht mehr vorhanden.

Quelle: Bund

Pattensen. "Mit Sicherheit können wir sagen, dass mehr als 4600 Quadratmeter umgepflügt sind", erklärt René Hertwig, Naturschutzreferent bei der BUND-Kreisgruppe Region Hannover. Im Rahmen einer Zustandserfassung der landwirtschaftlichen Wegraine glich seine Projektgruppe 2015 in drei Bereichen der Region - neben Pattensen gehörten noch Schneeren (Neustadt) sowie Sorgensen und Weferlingsen (Burgdorf) zum Untersuchungsraum -  Luftbilder mit amtlichen Flurstückskarten ab. Obschon nur landwirtschaftliche Wegraine einbezogen wurden, bei denen die Abweichungen mindestens 2 Meter betrugen, verzeichnete Hertwigs Projektgruppe deutliche Verluste. Mitunter war mehr als die Hälfte des Grünstreifens umgepflügt.

Negativer Spitzenreiter war Schneeren mit einem Wegrandverlust von 22.500 Quadratmetern. Zwar wurde dort auch 11.500 Quadratmeter errechnet, wo der Wegrand breiter war als in der katasteramtlichen Darstellung, doch der Verlust überwog deutlich. Auch in Pattensen gab es mehr Verluste (4600 Quadratmeter) als Zugewinn (3500 Quadratmeter). Im Burgdorfer Raum glichen sich die Differenzen (rund 14.500 Quadratmetern) nahezu aus.

Je schmaler der Wegstreifen, desto schlechter ist es um die Biodiversität bestellt, betont Hertwig, dessen Projektgruppe die Ergebnisse den betroffenen Kommunen zur Verfügung gestellt hat und die derzeit alle übrigen Regionskommunen zum Zustand ihrer Wegeseitenränder befragt.

Für Pattensen gilt dabei noch eine Sonderrubrik. Bei rund 47.000 Quadratmetern Ackerfläche ist für den BUND noch unklar, ob es sich um "verschwundene Wege" handelt, oder ob es einst schmale Flurstücke waren. Der BUND hat dazu eine Anfrage an die Stadt gestellt.

"Verschwundene Wege gibt es nicht. Das schließe ich aus", sagt indes Christian Redeker, der Vorsitzende des Realverbandes Pattensen, dem rund 150 Grundstückseigentümer angehören. Erst 2003 seien die Flächen in der gesamtem Gemarkung im Zuge der Zwangsflurbereinigung durch die Umgehungsstraße neu vermessen worden.

Und was die sogenannten gesicherten Verluste angeht? Die Masse der Landwirte halte die Grenzen ein, sagt Redeker: "Das weiß ich und da achte ich auch drauf." Unter den etwas mehr als ein Dutzend Landwirten in seinem Bereich gebe es zwar auch mal einen, der übers Ziel hinausschieße. Dann müsse halt neu vermessen werden und der Landwirt zahlen. Mittelfristig erledige sich das Problem wohl von allein, meint Redeker. Bei neuen Agraranträgen müssten die Ackerflächen genau angegeben und könnten auch Katasterdaten hinterlegt werden. Differenzen würden dann auch die Behörden sofort sehen.

Von Astrid Köhler

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