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Pattenser Interessen vor Jeinser Sorgen

Pattensen-Mitte / Jeinsen Pattenser Interessen vor Jeinser Sorgen

Schwierige Entscheidungen hatte am Mittwochabend der Ortsrat Pattensen zu treffen: Bei der möglichen Anbindung der K 219 an die Bundesstraße 3 setzten sie sich über die Sorgen der Jeinser hinweg. Und um den Haushalt zu entlasten, lehnten sie alle Zuschussanträge der Vereine ab.

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Pattensen first? Sollen die Verkehrsprobleme von Jeinsen weniger wichtig sein, als die von Pattensen-Mitte?

Quelle: Kim Gallop

Pattensen-Mitte / Jeinsen. Die SPD-Fraktion im Ortsrat von Pattensen hat beantragt, die Kreisstraße 219 (Jeinser Straße) in Richtung Norden an die Bundesstraße 3, die Ortsumgehung, anzubinden. Durch die neue Anbindung soll Pattensen vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Eigentlich ging es zunächst nur um die Frage, ob der Antrag nach Meinung des Ortsrats weiter behandelt werden soll und sich auch die Fachausschüsse und der Rat der Stadt damit befassen sollen. Baulastträger wären letztlich die Region und die Niedersächsische Straßenbauverwaltung.

Unter den Zuhörern saßen auch Jeinser. Einer von ihnen sprach sich entscheiden gegen die Idee aus. "Ich erwarte stärkerer Verkehrsströme durch Jeinsen und Schulenburg", sagte er. Die Anwohner würden schon jetzt unter dem Verkehr aus dem Raum Hildesheim leiden. Bei einer neuen Anbindung an die B3 erwarte er, dass noch mehr Hildesheimer diese Schleichwege durch Jeinsen und Schulenburg nutzen.

Die Mehrheit der Ortsratsmitglieder empfahl dennoch, den Antrag weiter zu verfolgen. Nur Ortsbürgermeister Günter Bötger (CDU) stimmte dagegen - "aus landwirtschaftlicher Sicht", sagte er. Es sei "eine Schande", ein solches Bauprojekt - das viel Ackerfläche verbrachen würde - nach dem Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens für die Ortsumgehung in Angriff zu nehmen. Außerdem gab er zu bedenken, dass der geschützte Feldhamster alle Baupläne vereiteln könnte.

Gerhard Dettmer, der den Antrag für die SPD eingebracht hatte, verwies auf Gutachten und sagte, dass der Verkehr - derzeit seien es etwa 5700 Fahrzeuge in 24 Stunden auf der Jeinser Straße -  nicht zunehmen werde. Weil sich Dettmer unter anderem auf ein 30 Jahre altes Gutachten stützte, schlug Andreas Ohlendorf (SPD) vor, aktuelle Verkehrszählungen anzufordern. Peter Soluk (CDU) sagte, es zähle nur, dass die neue Anbindung den Ort Pattensen vom Jeinser Durchgangsverkehr entlasten würde. "Wir müssen an unsere Bevölkerung in Pattensen denken", sagte er zu seinen Ortsratskollegen. Der Zuhörer aus Jeinsen bezeichnete Soluks Haltung als enttäuschend und egoistisch.

Mit einer Überraschung, zumindest für die Zuhörer im Ortsrat, endeten die Beratungen über Zuschussanträge von sechs Vereinen aus Pattensen. Jeder Ortsrat verfügt über ein jährliches Budget, dass er nach eigenem Ermessen verteilen kann. Traditioneller Weise erhalten daraus die örtlichen Vereinen Zuschüsse. Kämmerin Heike Hessenkamp hatte bei der Sitzung den Haushaltsentwurf für 2018 vorgestellt und darüber informiert, dass die Stadt ein Defizit von knapp 4,4 Millionen Euro erwartet.

Ortsbürgermeister Bötger teilte mit, dass der Ortsrat von insgesamt 3300 Euro noch etwa 2500 Euro zur freien Verfügung habe. Mit Hinweis auf die Schulden der Stadt kündigte Soluk an, dass die CDU alle Anträge der Vereine ablehnen werde. Nur für den alljährlich ausgetragenen Lesewettbewerb der Grundschüler soll ein Zuschuss fließen. Auch Axel Steding (SPD) sagte: "Wir sollten alle Anträge zurückweisen." Ohlendorf nannte das "unfair", weil die Vereine mit einer finanziellen Hilfe rechneten. Er schlug vor, erst in 2018 auf die Vergabe von Zuschüssen zu verzichten. Dettmer unterstützte Ohlendorfs Vorschlag. "Wie soll ich den Vereinen das erklären?", fragte Dettmer in die Runde.

Julia Recke (CDU) sagte, der defizitäre Haushalt habe viele kleine Positionen. "Wenn wir alle den Gürtel etwas enger schnallen, können wir alle etwas für den Haushalt tun." Soluk beantragte, alle Anträge abzulehnen. Die Mehrheit stimmte ihm zu, nur Dettmer, Ohlendorf und Elini Kyriazaki (Grüne) stimmten dagegen.

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