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Das Modellprojekt Popkantor läuft aus

Pattensen/Hemmingen/Laatzen Das Modellprojekt Popkantor läuft aus

Til von Dombois hat die Popmusik in die Gotteshäuser Hannovers und des Kirchenkreises Laatzen-Springe gebracht. Nach fünf Jahren ist das Projekt Popkantor jetzt beendet. Die anfängliche Skepsis einiger ist gewichen. Die populäre Musik hat vielerorts ihren Platz neben der klassischen Kirchenmusik.

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Til von Dombois (rechts) tritt mit seiner Band in bis zu 40 Gottesdiensten im Jahr auf.

Quelle: privat

Pattensen/Hemmingen/Laatzen. Für Til von Dombois ist die christliche Populärmusik ein Herzensprojekt. "Es geht um nicht weniger als die Zukunft der kirchlichen Musik", sagt er. Als von Dombois von fünf Jahren mit jeweils einer halben Stelle beim Stadtkirchenverband Hannover und dem Kirchenkreis Laatzen-Springe, zu dem auch Hemmingen und Pattensen gehören, als Popkantor angestellt wurde, gab es kaum moderne Musik in den Gottesdiensten. Jetzt tritt der Musiker mit seiner Band in bis zu 40 Gottesdiensten im Jahr auf. 

"Zu Beginn war es nicht immer leicht. Es gab einige kirchliche Vertreter, die das Projekt Popkantor kritisch gesehen haben", sagt von Dombois. Doch die Akzeptanz sei enorm gestiegen. Das liegt am Engagement des Musikers, der sich mit seiner Band immer wieder Auftrittsmöglichkeiten in den Kirchen gesucht hat. Heute fragen viele Gemeinden von sich aus an. "Es gibt bei einigen Menschen immer noch das Vorurteil, das populäre Musik nicht von professionellen Musikern gemacht wird. Viele von ihnen konnten wir vom Gegenteil überzeugen", sagt von Dombois.

Wenn die Popkantorband in einer Kirche auftritt, reist sie mit einem Team von acht Leuten an. Neben den Musikern sind das Techniker, die sich um das Licht und den Ton kümmern. "Es ist wir der klassische Auftritt einer Popband, zu dem auch eine Lichtshow gehört", sagt von Dombois. Er weist darauf hin, dass auch die heutigen Senioren bereits mit Bands wie den Beatles oder den Rolling Stones aufgewachsen sind. Deshalb sei musikalisch ein Umdenken in der Kirche erforderlich. "Es geht nicht darum, die klassische Kirchenmusik zu ersetzen. Doch aus meiner Sicht sollten beide musikalischen Stile gleichberechtigt berücksichtigt werden", sagt von Dombois. 

Unterstützung bekommt von Dombois von Superintendent Detlef Brandes. "Für die christliche Popularmusik war das Projekt ein Glücksfall", sagt Brandes. "Wir müssen für die Zukunft auch zeitgemäße Ausdrucksformen des Glaubens finden." Der Kirchenkreis, dessen Superintendentur in Pattensen ist, hat bereits beantragt, dass von Dombois auch künftig bei der Kirche angestellt sein wird. Die Entscheidung darüber wird die Synode Ende des Monats fällen. 

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