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Schulenburger erzürnt über Windparks

Schulenburg/Pattensen Schulenburger erzürnt über Windparks

Der überarbeitete Entwurf für das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) sorgt in Schulenburg und Pattensen für Verärgerung. In dem Plan hat die Region neue Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen, die von der dortigen Bevölkerung abgelehnt werden. Andere, weitgehend akzeptierte Flächen, werden nicht mehr berücksichtigt.

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Blutrot geht die Sonne hinter den Windrädern bei Schulenburg unter.

Quelle: Kim Gallop

Schulenburg / Pattensen. Das RROP, das alle 10 Jahre aufgelegt wird, regelt unter anderem, wo Windparks hinkommen sollen und wo sich Einzelhandel ansiedeln darf. Im vergangenen Jahr konnten alle Kommunen zum Entwurf des RROP 2015 Stellung nehmen. Inzwischen hat die Region einen neuen Entwurf erarbeitet. Die veränderten Teile kommen jetzt wieder in das Beteiligungsverfahren, bei dem auch die Stadt Pattensen gehört wird.

"Wir sind total geschockt und enttäuscht", sagte Christian Möller (CDU), Mitglied im Ortsrat Schulenburg. Im ersten Entwurf waren Flächen heraus genommen worden. Das hatte die CDU begrüßt, weil sonst der Natur- und Artenschutz missachtet worden wäre. "Nun sind neue Flächen ausgewiesen, noch dichter an Schulenburg und Schloss Marienburg." Nun könnte es passieren, dass nur noch 800 Meter von der Bebauung entfernt Windräder aufgestellt werden. "Der neue Entwurf ist absolut inakzeptabel", betonte Möller.  Er hofft, dass die Stadt den Protest wieder unterstützt. Er habe Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen und zu Bernward Schlossarek (Lehrte), dem Vorsitzenden der CDU-Regionsfraktion.

Auch die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Schulenburg hatte sich entscheiden gegen noch mehr Windräder bei Schulenburg ausgesprochen. Der kürzlich verstorbene Ortsbürgermeister Joachim Schneider hatte mit einem bald 60-seitigen Dossier belegt, warum Schulenburg keine weiteren Belastungen erträgt. Die neu formierte UWG wollte sich zu dem neuen Entwurf noch nicht öffentlich äußern.

Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann zeigte sich irritiert darüber, dass die Stadt keine Vorab-Informationen von der Region erhalten hat. "Deshalb konnten wir uns noch nicht tiefer einlesen." Sie kritisierte dann aber, dass im neuen Entwurf besonders konfliktbeladene Flächen, wie die in Schulenburg, ausgewiesen und sogar vergrößert wurden. "Und Flächen, die fast gar kein Konfliktpotential haben, werden nicht mehr berücksichtigt." So habe die Stadt Interesse daran, im Wege der interkommunalen Zusammenarbeit den Windpark Jeinsen-Schliekum zu erweitern. Es habe sich sogar eine Eigentümergemeinschaft gefunden, die die Fläche entwickeln würde.

Auf die Frage, warum der neue Entwurf sich in punkto Vorrangflächen für Windkraft so stark verändert hat, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz am Mittwoch: "Es hat sich eine Menge getan." Ursprünglich habe die Region bei Pattensen-Sarstedt ein großes Vorranggebiet ausweisen wollen. Doch dagegen hat sich der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ausgesprochen, weil dort ein landesweit bedeutsames Brutvogelgebiet liegt. "Da diese Fäche jetzt wegfällt, weicht man auf andere Gebiete aus." Das sei einerseits das Gebiet zwischen Pattensen, Hüpede und Lüdersen und Schulenburg. Dort soll auch die Möglichkeit des Repowering erlaubt sein, bei dem vorhandene Windräder aufgestockt werden. Im Nordwesten von Schulenburg wurde eine kleinere Fläche aufgenommen. Dort habe es erst geheißen, dass dort Hubschrauberflüge stattfinden. Da dem nicht so ist, sind Windräder auch dort erlaubt.

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