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Mobile Baustelle produziert die Hauswände

Pattensen-Mitte Mobile Baustelle produziert die Hauswände

Der Bau von Flüchtlingswohnungen an der Koldinger Straße in Pattensen geht voran - auch dank innovativer Bautechnik. Die Fertigwände werden vor Ort gegossen. Ein Verfahren, dass in Deutschland nach Auskunft von Projektentwickler Eckhard Struß so noch nicht angewendet wurde.

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Das Erdgeschoss des ersten Gebäudes an der Koldinger Straße in Pattensen ist praktisch fertig.

Quelle: Kim Gallop

Pattensen-Mitte. Auf dem Grundstück werden auf den Grundrissen der Aldi-, Fressnapf- und Takko-Märkte insgesamt 36 Wohnungen gebaut. Dort ziehen zunächst Flüchtlingsfamilien ein, später werden sie als Sozialwohnungen vermietet.

Struß, Geschäftsführer des Hemminger Unternehmens nobis-Hof, legt großen Wert auf Energiesparen. Fertigteile würden normaler Weise in Fabriken produziert und über Hunderte von Kilometern mit Lastwagen angeliefert, sagt er, "die dann leer zurück fahren".

So wurde auf seine Anregung hin von einem Ingenieurbüro und einem Maschinenbauunternehmen eine sogenannte Batterie-Schalungsmaschine  entwickelt. Kostenpunkt: etwa eine halbe Million Euro. Diese "mobile Baustelle", wie Struß sie nennt, steht seit einigen Wochen auf dem Gelände.

Die Wände werden damit hochkant gegossen, der Beton wird zwischen die Schalung aus Stahl gepumpt. An diesen Stahlwänden haftet bei Bedarf mit starken Magneten ein Rahmen für eine Aussparung. So werden die Fenster- und Türöffnungen gleich mitgegossen, und die Wände müssen nicht aufgestemmt werden. "Das ist auch eine Innovation", sagt Struß. Ebenfalls in die Wände eingebettet sind die Elektrokabel.

Der Beton ist angereichert mit Blähton für die Feuchtespeicherung. Die Wände sind nach 16 Stunden ausgehärtet. Parallel können so 10 Wände produziert werden. Sie werden an eingegossenen Stahlösen mit einem Kran an die richtige Stelle transportiert. "Beide Seiten sind so glatt, dass wir keinen Putz brauchen, sondern gleich tapezieren können", berichtet Struß.

"Wir produzieren die Wände so, wie wir sie brauchen", sagt der Projektentwickler. Das Erdgeschoss des ersten Gebäudes ist schon fertig. Viele Fenster sind schon eingesetzt. Die Bewohner werden später durch bodentiefe und dreifachverglaste Fenster auf eine acht Quadratmeter große Terrasse treten können. Die Bewohner im ersten Stock haben einen gleich großen Balkon. Der Fußboden wird höher gesetzt, weil die Wohnungen mit Fußbodenheizungen ausgestattet werden.

Die Lampen erhalten Lichtschalter, die per Funk gesteuert werden. Die Schalter sind so flexibel einsetzbar, dass sie in der Höhe versetzt werden können, berichtet Struß. "Wenn hier später einmal ein Rollstuhlfahrer einzieht, kann er den Schalter niedriger anbringen lassen." Je nachdem wie das Wetter sich entwickelt, soll Mitte November Richtfest gefeiert werden.

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