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Film lüftet Geheimnisse der Bäume

Pattensen Film lüftet Geheimnisse der Bäume

Die Pattenser Schauspielerin und Filmproduzentin Julia Dordel hat gemeinsam mit Kameramann und Regisseur Guido Tölke ein arbeitsreiches und auch erfolgreiches Jahr hinter sich. Gerade ist der Film „Intelligent Trees“ in Amerika erschienen. Die deutschsprachige Version soll bald folgen.

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Julia Dordel und Guido Tölke sitzen im Schneideraum bei der Nachbearbeitung ihres Film "Intelligent Trees".

Quelle: Tobias Lehmann

Pattensen. „Yes, this is the one to watch.“ So lautet ein Kommentar, der zu dem Film „Intelligent Trees“ (Intelligente Bäume) auf der internationalen Amazon-Seite erst vor wenigen Tagen erschienen ist. Der Film hat dort bisher ausschließlich Höchstwertungen bekommen. „Solche Kommentare freuen uns natürlich sehr“, sagt Dordel, die in Pattensen ihr Produktionsstudio Dorcon Film Productions betreibt. Die Schauspielerin ist unter anderem bereits in amerikanischen Filmen wie "The Company You Keep" an der Seite von Robert Redford aufgetreten und war auch mehrfach in der Mysteryserie Fringe zu sehen.

Der 45-minütige Film "Intelligent Trees" greift die Thesen des weltweiten Bestsellerautors Peter Wohlleben auf. In seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ beschreibt er die Art und Weise, wie Bäume untereinander kommunizieren. Wissenschaftlich untermauert werden die Thesen von Professor Suzanne Simard aus Vancouver, die das Nachwort für die englischsprachige Version des Buches geschrieben hat. Simard war auch die Doktormutter von Dordel in deren Studium der Forstwissenschaft.

Dordel und Tölke haben Wohlleben und Simard interviewt. „Die zusätzliche wissenschaftliche Betrachtung unterscheidet unseren Film von vielen anderen Beiträgen über Peter Wohlleben“, sagt Dordel. Möglichst schnell soll jetzt eine deutsche Synchronisation für den Film erstellt werden, damit dieser auch hierzulande herauskommen kann.

Das nächste Projekt ist ein düsterer Thriller

Der Film über Bäume ist jedoch nur ein Projekt, an dem Dordel und Tölke gerade arbeiten. „Es wäre schön, ein Projekt mal komplett abzuschließen. Doch es geht immer weiter“, sagt Tölke. Wenn ein Film abgedreht ist, kann die anschließende sogenannte Post-Produktion Jahre dauern. Es müssen Synchronisationen für die verschiedenen Länder bestellt werden, ebenso Untertitel. Auch an bestimmten Effekten müsse meist noch gearbeitet werden.

Das wird auch den Film „Bitter Taste“ betreffen. Mit dem Dreh haben Dordel und Tölke bei Aufenthalten in England und Frankreich begonnen. „Wir werden den Film häppchenweise drehen“, sagt Tölke. Über den Inhalt wird noch nichts verraten. Doch es soll sich um einen düsteren Thriller handeln. Die Idee zu dem Drehbuch kommt von Tölke. „Über die Jahre habe ich verschiedene Ideen entwickelt, die sozusagen in meiner Schublade liegen und auf die Umsetzung warten“, sagt er.

Ebenso noch in der Bearbeitung ist der Dokumentarfilm über die Lemurenaffenart Bandro, die ausschließlich auf Madagascar lebt. Dordel und Tölke haben die Umweltexpertin Lena Reibelt im November vergangenen Jahres zwei Wochen vor Ort begleitet.

Die Pattenser Filmemacherin, die gerade auch Deutsche Meisterin in der Altersklasse Ü-30 im Fünfkampf geworden ist, durfte sich dieses Jahr auch über Auszeichnungen für ihre Filme freuen. So war der zweite Teil ihrer Spielfilmreihe Mission Ninety-Two für gleich sieben Preise beim Melbourne Indie-Filmfestival nominiert und hat zwei gewonnen: für Kamera und Spezialeffekte.

Einen Film komplett mit dem IPhone gedreht

„Das Filmen mit dem Smartphone wird in der professionellen Filmbranche immer noch belächelt“, sagt Julia Dordel. Zu Unrecht, wie sie findet. Das Smartphone biete gegenüber professionellen Kameras auch Vorteile und könne mittlerweile durchaus Kinoqualität liefern. Dordel verweist etwa auf „Tangerine L.A.“, ein 88-minütiger komplett mit dem IPhone gedrehter US-amerikanischer Film, der beim Sundance Film Festival 2015 Premiere feierte.

Auch Dordel und Kameramann Guido Tölke wollten mit diesem Medium Erfahrung sammeln und haben innerhalb von zwölf Tagen in einem Waldstück in der Wedemark den deutschsprachigen Film „Froschhüpfen mit Hindernissen“ gedreht. Dieser hat dann auch gleich verschiedene Auszeichnungen bekommen, unter anderem den für den besten Soundtrack beim Cinephone Festival in Spanien. „Unter 200 Bewerbungen haben wir einen von sieben vergebenen Preisen gewonnen“, sagt Dordel.

Ein großer Vorteil des Smartphones sei seine Größe, sagt Tölke. Für eine Aufnahme ist er zum Beispiel in einen Baum geklettert, was mit einer großen Kamera so nicht möglich gewesen wäre. „Für wissenschaftliche Expeditionen weitab der Zivilisation ist das Smartphone ideal. So muss nicht eine komplette Kameraausrüstung mitgeschleppt werden“, sagt Tölke. Gemeinsam mit Dordel hat er bereits einen Workshop über das Filmen mit dem Smartphone für Naturforscher in Kanada angeboten und gibt auch in Hannover Kurse an der Fachhochschule.

Dordel und Tölke berichten über ihre Projekte auf der Internetseite dorconfilm.de. Der gesamte Film „Froschhüpfen mit Hindernissen“ kann auch auf youtube.com in einem Beitrag über die Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs des Bürgersenders h1 aus Hannover angeschaut werden.

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